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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1860-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1860
Issue
Heft 1
Date
1860-01-01
Page
Seite 42 (sequence 46)
Language
German
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42 nicht begriffen. Geschah dies durch die Ränke reicher Egoisten, welche ihren Einfluß nicht verlieren wollten, oder aus der eigenen Neigung der Beamten, welche in jedem der einen Charakter hatte, und nicht auf fünfzig Schritte den Hut abnahm, oder für fich selbst Achtung forderte, und mancher Willkür widerstand, einen gefährlichen Menschen argwöhnten, oder war beides zugleich der Grund? Möglich! Aber das Hauptunglück bestand darin, daß die Umstände keine Ausnahmen gestatteten; die Beschränkungen lagen gleichmäßig auf allen, auf Gebildeten und Unwissenden. Indeß, so lange keinem der erstem materieller Nutzen daraus erwuchs, bewährten fie sich dennoch, obgleich von der Mehrheit verlacht und, wie sie, verachtet und bedrückt; sie arbeiteten nur für die Zukunft. Der Strasnoi erzählte mir einst von dem Verfahren der Landesobrigkeit und insbesondere der Polizei-Commissäre und Beisitzer. — Ihre Gewalt über jüdische Orte war unbeschränkt ihre Geldgier kannte keine Grenzen. Es versteht sich, in einer Stadt, wo einige Tausend Seelen wohnen, fehlt es nicht an Verbrechern, Landstreichern u. dergl. Was geschieht? Man muß die Landstreicher aufheben, die Verbrechen ermitteln, die Schuldigen der Gerechtigkeit überliefern, und damit gut. Was geht das den Ort an? Bei den Ebräern verfährt man durchaus nicht also. Für sie ist geschaffen die Kreis-Bürgschaft, versteht sich, von den Kreishauptleuten und Polizeimännern, denn im Gesetze steht nichts davon. Bringe wen du kannst heran, binde, fessele, schleppe herbei Schuldige und Unschuldige; die Aeltesten durchlaufen sogleich die Stadt, sammeln Geld und der drohende Vollzieher des eigenen Gerichts wird beschwichtigt . ..■. * Das Sprüchwort sagt: „Fadenweise gesammelt, bringt's dem Armen aus der Gemeinde ein Hemde." Rubelweise eingefordert, verschafftes dem Kreishauptmann Tausende. Natürlich zahlte er schon von selbst weiter, wem es zukam. Die Aufsuchung der Mittel, wie diese Herren Geld erbeuten, ist

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