Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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141 organischen Lustgefühlen betont. Nicht wieder gutzumachen kann der Schaden sein, wenn die Lustgefühle durch anormale erotische Vorstellungen erregt werden, die durch schlechte Lektüre, Umgang mit schlechter Gesellschaft etc. entstanden sind. Alle Regungen im Menschen können zum Guten und können zum Bösen angewandt werden. Da erwächst ein gewaltiges Gebiet herrlicher Aufgaben für Eltern und Erzieher! Der Leibespflege ist natürlich grosse Aufmerksamkeit zu widmen. Wie häufig haben z. B. Mangel an Lust und Freudigkeit zum Lernen, Unaufmerksamkeit, schläfriges, abgespanntes Wesen, Mangel an Denkkraft u. dgl. ihren Grund in ungenügender Ernährung, schlechter Luft, mangelhafter Bewegung! Auch auf das Gemüt und den Willen, sowie auf das gesamte Verhalten übt die Pflege und das dadurch bedingte Wohl- oder Übelbefinden einen mächtigen Einfluss aus. Das geistige Leben stützt sich in mancher Beziehung auf das leibliche und wird durch dieses mitbedingt. Zum wahren Glück des Menschen ist beides notwendig: ״ein gesunder Geist in einem gesunden Leibe.“ Die Leibespflege hat dafür zu sorgen, dass der Körper mit allen seinen Organen sich kräftig entwickle, dass er gesund, stark, widerstandsfähig und zu nützlicher Arbeit ertüchtigt werde. Die Erziehung hat für eine den Kräften entsprechende allseitige Betätigung aller Organe zu sorgen. Dabei wird natürlich auch das Turnen eine Rolle zu spielen haben. Vergessen wir jedoch nicht, dass das Turnen eigentlieh nur ein Ersatzmittel ist. Die Bewegung, deren unser Körper so dringend bedarf, übt auf den gesamten Organismus und auf den Geist einen höchst wohltätigen Einfluss aus. Naturgemäss aber sollten wir durch Arbeit uns die nötige Bewegung verschaffen. Die alten Griechen und Römer verachteten die Arbeit und waren deshalb genötigt,