Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
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31 rabbinischen Behörde angesprochen werden, welche aus dem ersten Rabbiner-Kongress, der im Adar I 5681 in Jerusalem getagt hat, hervorgegangen ist. Diese rabbinische Behörde wird vom englischen Oberkommissär sowohl wie von den richterlichen Behörden des heiligen Landes anerkannt. Damit sind nun alle religiös-rechtlichen Streitfragen bei einer Instanz konzentriert und es sind künftighin sich widersprechende rabbinische Erlasse ausgeschlossen. Zum ersten Vorsitzenden dieses Beth Din wurde als Vertreter der aschkenasischen Gemeinden Oberrabiner A. J. Kook, der bereits seit 15 Jahren im heiligen Lande tätig ist, gewählt, während ihm als zweiter Vorsitzender ein Vertreter der sefardischen Gemeinden, R. Jakob Meir, der frühere Oberrabbiner von Saloniki, beigegeben wurde. Diesem Beth Din kommt gleichzeitig die Bedeutung eines jüdischen Appellationsgerichtshofes für Erez Jisroel zu. Damit ist die Möglichkeit gegeben, eine Einigung und Überbrückung der vorhandenen Gegensätze zu erlangen, die für das Gedeihen der jüdischen Arbeit im heiligen Lande unerlässlich ist. Die ausserordentliche Bedeutung dieses Beth Din darf nicht unterschätzt werden. Die Thora ist damit wieder in ihre Geburtsstätte zurückgekehrt, und wenn die Hoffnungen, die an dieses Beth Din und ihre geistigen Führer sich knüpfen, erfüllt werden, wird das heilige Land schon in naher Zukunft wieder die geistige Führung im Judentum übernehmen. Auch sonst haben die Aufbaubestrebungen für das heilige Land im vergangenen Jahre neben unerfreulichen Erscheinungen, zu denen vor allem die Absplitterung der amerikanischen Zionistenführer zu rechnen ist, auch manch Erfreuliches gebracht. Auf eines dieser Momente darf in diesem Jahrbuch um so eher hingewiesen werden, als es sich hierbei um einen Schweizer Juden handelt,