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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 89

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 89 (sequence 90)
Language
German
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IRI
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89 Lebensinhalt des jüdischen Volkes Wahrheit, Recht und Heiligkeit ist. Muss das Gros unseres Volkes auch noch weiter im Goluth schmachten, so können wir doch den Geist des heiligen Landes, den Geist der Thora auf unsere Länder übertragen. Die besten jüdischen Schüler, die sich zu Lehrern auszubilden wünschen und die von echt jüdischem Geist erfüllt sind, sollten von bedeutendsten Lehrkräften des heiligen Landes unterrichtet werden, um dann wahren Thorageist auf alle Institutionen der Goluthländer zu transferieren. Wir legen keinen Wert darauf, ob nichtjüdische Bücher hebräisiert werden oder nicht. Uns liegt vielmehr daran, dass die Bücher, in welcher Sprache sie auch immer geschrieben sein mögen, von echt jüdischem Geist, vom Geist der Wahrheit erfüllt seien. Kaiser Nero ist für uns ein völlig anderer, als er für die Welt ist, und Kaiser Titus, der der Welt Typ eines Edelmenschen ist, gilt uns als Abschaum alles Scheusslichen. Unsere Bücher sind gefälscht wie unsere ganze Kultur. Hypothese gibt man uns als Wissenschaft aus und was sich nicht in die Retorte legen lässt, wird nicht ernst genommen. Man versteht nicht, dass es Dinge geben kann, die nicht gemessen werden können und dennoch tiefste Wahrheit sind. — Wir lassen uns nicht länger betrügen. Fortan soll objektiver Geist der Wahrheit, echt jüdischer Geist auch die jüdischen Schulen der Goluthländer beherrschen. Nur mit Thorageist übereinstimmende wahre Kultur soll unseren Kindern gelehrt werden. Auch wir im Goluth brauchen weiter jüdische Knabenschulen, in welchen das Wertvollste aller Fächer gelehrt wird, doch alles beherrscht wird von Thorageist. Wir brauchen Mädchenschulen, in welchen alles gelehrt wird, was zum Grundstock wahrer Bildung gehört, wo auch auf Ausbildung in Handarbeit und Hauswissen־ schaft grosser Wert gelegt wird, wo jedoch auf gediegene

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