Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 55)
- Language
- German
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54 Es ist unmöglich für einen jüdischen Menschen, | eine solche Treue und Ergebenheit gegenüber seinen i Absichten und Gedanken, seinen Ideen und Vorstellungen im Golus aufzubringen, die der Art der Treue im Lande Israel gleichkommen würde. Die Erscheinungen | der Heiligkeit, auf welcher Stufe sie immer stehen mögen: 1 im Lande Israel sind sie relativ rein, ausserhalb desl Landes aber mit Schlacken und Schalen gemischt. Jedoch l entsprechend der Intensität des sehnsuchtsvollen Ver-1 bundenseins mit dem Lande Israel werden die Gedanken | von der Urkraft der Erez Jisroel-Luft, die jedem weht, f der sich ihr hingibt, geläutert. „Frohlocket mit Jeru- | salem, und jubelt Alle, die es lieben!“ | 4. | Die Phantasie (Gesamtheit der Vorstellungsbilder) | in Erez Jisroel ist vollkommen klar und hell, lauter j und rein; sie ist geeignet für die Erscheinung der göttj liehen Wahrheit, für die Umhüllung des erhabenen und i mächtigen Strebens nach dem idealen Hochziel in den \ heiligen Höhen; sie ist prädestiniert für die Erklärung j der Prophetie und ihrer Lichter, für die Erleuchtung des | Geistes der Heiligkeit und ihrer Strahlen. | Die Phantasie in der Fremde aber ist getrübt, ge- I mischt mit Dunklem, mit Schatten der Unreinheit und j der Unsauberkeit. Sie vermag sich nicht zu heiligen ] Höhen zu erheben und sie kann nicht zur Basis des Aus- ] flusses des göttlichen Lichtes werden, welches sich über I die Niederungen der Welt und ihre Einengungen erhebt. J Weil Verstand und Phantasie miteinander verbunden I sind und sich wechselweise beeinflussen, deshalb kann f