Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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52 1. Erez Jisroel ist nichts Äusserliches, nicht äusserlicher Besitz der Nation, nicht nur Mittel zum Zwecke des allgemeinen Zusammenschlusses und der Befestigung ihres materiellen oder sogar geistigen Bestandes! Erez Jisroel ist etwas Wesentliches, mit der Nation lebendig verbunden und durch innere Kostbarkeiten mit ihrem Wesen verschlungen. — Daher ist es unmöglich, durch irgendwelche rationelle menschliche Denkart den Inhalt der eigentümlichen, Erez Jisroel innewohnenden Heiligkeit zu erfassen und die tiefe Liebe zum Lande zu enthüllen. Dies kann nur durch die Wahrnehmung des göttlichen Geistes geschehen, der über der Nation in ihrer Gesamtheit ruht, der natürlichen geistigen Prägung, die der Seele Israels aufgedrückt ist; denn sie ist es, die ihre Strahlen in natürlichen Farben in alle Verzweigungen des gesunden Gefühls ausstrahlen lässt; ihr höheres Licht leuchtet nach dem Masse jenes Geistes, der höheren Heiligkeit, welche mit Leben und höherer Wonne das Herz der Träger der heiligen Ideen und der tief jüdischen Denker erfüllt. Der Gedanke, dass Erez Jisroel nur einen äusserlichen Wert habe für den Bestand der Einheit der Nation, auch dann, wenn dies die Idee des Judentums im Golus kräftigen, den Charakter des Judentums wahren, Glauben, Gottesfurcht und Erfüllung der praktischen Gebote in passender Form festigen sollte: würde nicht die Frucht zeitigen, die des Bestandes würdig wäre. Denn dieses Fundament ist zu schwach im Vergleich zu der heiligen Macht von Erez Jisroel. Die wahre Festigung der Idee des Judentums im Golus wird erst aus der tiefen Verankerung in Erez Jisroel hervorgehen, und von der Erez Jisroel-Hoffnung wird die Idee des Judentums immer ihre wesentlichen