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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 48

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 48 (sequence 47)
Language
German
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48 1 Möge sich doch jeder Denkende eine Frage vorlegen:־ Können wir unsere grosse Vergangenheit auslöschen 1 wollen, als sei sie nie gewesen? Kann jemand den Sinn! der jüdischen Geschichte so missverstehen, dass er meint, \ wir könnten, als wären wir ein Volk von gestern und; von heute, wir könnten als ein neues jüdisches Volk einziehen in jene geweihten Stätten, ohne an die alten Traditionen unserer Väter anzuknüpfen? Können wir־ denn je vergessen, dass wir ein Religionsvolk sind, dassl die Thora der Kern unseres Wesens ist? Können wir vergessen, dass unsere Väter und Mütter um der Thora! willen auf alle Güter der Welt verzichtet und für die! Thora, für den Glauben Israels, für den Bund, den j unsere Väter mit Gott geschlossen, ihr Leben aufgeopfert haben? Und nun könnten wir kommen wie irgend eine der übrigen Nationen der Erde, von jenen nur durch die hebräische Sprache unterschieden und könnten dort im heiligen Lande eine Kultur errichten, die derjenigen der andern Völker aufs Haar gleichen würde? Könnten in Jerusalem, der Gottesstadt, alle diejenigen Einrichj tungen treffen, durch welche London, Paris, Rom und! New York ausgezeichnet sind? Mit den Worten des Propheten möchte ich ausrufen: ״ היו לא תהי׳Das kann und wird nicht sein!“1) Nicht als ein Volk, dem die i Religion Nebensache und Privatsache ist, nicht um dem Götzen des Zeitgeistes zu opfern, sondern um dort die f Thora besser und inniger zu verehren, wollen wir nach Erez Jisroel ziehen. Denn wir werden ein Gottesvolk sein, oder wir werden nicht sein. Zuerst kommt, wie uns die Thora in unserem Textwort einschärft, der Bund mit Gott, dann erst das Land. Der Bund mit Gott und das Land unserer Väter: nur diese Vereinigung erfüllt das Ideal unseres Herzens. 1J Ezechiel 20, 32.

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