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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1920-01-01 · 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
Issue
5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 42 (sequence 41)
Language
German
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42 Und nun hat Gott nicht nur seinen Bund mit uns gehalten, hat uns Schirm und Schutz gewährt, hat uns wie auf Adlersflügeln durch die Geschichte getragen, sondern es scheint sich auch in unsern Tagen — und zur Feier dieses denkwürdigen Ereignisses sind wir hier versammelt — das verheissungsvolle Wort des gestrigen Wochenabschnittes zu erfüllen: והארץ אזכר ,,Des Landes werde ich gedenken.“ Was uns immer als ein schöner Traum erschienen, das soll nun zur Wirklichkeit werden. Was man als eine Utopie, als Wahn belächelte, das rückt nun in greifbare Nähe! Als ich am ersten Sabbath nach dem Ausbruch des schrecklichen Weltkrieges, dessen furchtbare Folgen damals jeder fürchtete, ohne allerdings auch nur annähernd die grausame Wirklichkeit zu ahnen — es war am Sabbath des Trostes —, an dieser Stätte nach einem Worte der Aufrichtung suchte, erinnerte ich an das tiefe, bedeutsame Wort, das Gott einst zu Moses gesprochen: ״ וראית את אחרי ופני לא יראוMeinen Rücken wirst du sehen, mein Antlitz kann nicht gesehen werden.“1) Dieser Ausspruch will uns lehren, dass wir die Ziele der göttlichen Weltlenkung nicht begreifen können, solange wir mitten in den Ereignissen stehen; solange diese nicht abgeschlossen sind, blicken wir verwundert auf tausend Rätsel. Erst nachdem die Geschehnisse längst vorübergezogen sind, erkennen wir ihren Sinn und ihre Bedeutung und begreifen, warum der Allgütige alles so und nicht anders angeordnet hat. Denken wir nur an die französische Revolution, die zunächst soviel Unheil in ihrem Gefolge hatte. Wie ist sie doch zum Segen für die Menschheit, besonders für uns Juden, geworden! Millionen von Menschen sind durch sie aus Heloten zu vollberechtigten Bürgern ihres Staates ג) II Moses 33. 23.

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