Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920-1920)
- Issue
- 5. Jahrgang 5681 = 1920/21 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 22)
- Language
- German
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23 fühle lassen die Siedlungsmöglichkeiten in Erez Jisroel in uns aufkommen, nicht politisches Streben drängt uns, hinzueilen, sondern tiefe Sehnsucht nach diesem Lande, in welchem das jüdische Volk, seinem Boden wiedergegeben, seine grosse Kultur zu neuer Blüte bringen wird. Mögen Ideal und Wirklichkeit noch so weit auseinandergehen: das Idealbild, in uns lebendig geworden, wird zur wirkenden Kraft im Herzen des Volkes. Und es bedarf einer mächtigen Kraftentfaltung, um all der Schwierigkeiten Herr zu werden, die unser in Erez Jisroel harren. Da ist vor allem das Zusammenleben mit der gerade jetzt chauvinistisch erhitzten arabischen Bevölkerung ein Problem, dessen ganze Schwere uns, leider allzu deutlich, die Unruhen in Galiläa und in Jerusalem und die Verhaftung Jabotinskys, der zum Schutz der Altstadt eine Selbstwehr organisieren wollte, vor Augen geführt haben. Auf die Anbahnung einer Versöhnung und Verständigung mit den Arabern wird in Zukunft das Hauptaugenmerk gerichtet werden müssen. In einem Manifest an das arabische Volk forderte der palästinensische „Waad-Hasmani“ die Araber zu friedlicher, gemeinsamer Arbeit auf und betonte in schönen Worten: ,,Das arabische und jüdische Volk hat das gleiche Schicksal getroffen; beide Völker, die ehemals durch ihre Macht und ihren Geist herrschten, wurden aus historischen Gründen durch Bedrücker von andern Völkern unterjocht. Wir fordern euch also auf, mit gemeinsamen Kräften den trägen Orient wieder zu beleben, ihn wieder aufzurichten und von neuem fruchtbar zu machen. Wir rufen euch auf zum Frieden und zur Arbeit für unser und euer Wohl und für das Wohl des Landes.“ Von Herbert Samuel, dem von der englischen Regierung das so überaus verantwortungsvolle Amt eines High Commissioner in Palästina übertragen wurde,