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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 242

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 242 (sequence 252)
Language
German
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242 Antonios. Als ihm dort aufgetan war, begab er sich nach dem Kellergewölbe und pochte an die verborgene Tür. Der Hausherr öffnete ihm und führte ihn in die hellerleuchtete Halle. Hier warf er den Mantel ab; es war der Oberrichter der Inquisition, diesmal aber nicht im Ornat, sondern in einfach bürgerlicher Kleidung. Man hatte für ihn ein Gedeck hingestellt, und er nahm an der Festtafel Platz. „Meine Freunde,“ hub er dann zu reden an, „ich wünsche euch Glück, ihr seid gerettet. Als gestern der Beichtvater jener alten Amme zu mir kam und mir euer Geheimnis verriet, da übernahm ich selbst die Untersuchung in der Absicht, euch zu retten. Ich habe über euren Fall dem Inquisitionstribunal berichtet und habe angegeben, dass ich euch alle im tiefen Schlafe vorgefunden, dass ich das Kellergewölbe gesucht und gefunden, dass jedoch dasselbe nur als Warenniederlage benutzt wird. Ihr habt nichts mehr zu fürchten.“ Don Antonio erhob sich und küsste dem Priester die Hand. „Herr,“ sprach er, wie kann ich Euch danken? Mein ganzes Vermögen gehört von nun an Euch!“ „Ich beanspruche keinen anderen Dank,“ entgegnete der Inquisitor, „als dass ihr mir erlaubt, an eurer Feier teilzunehmen. Ihr staunet? So wisset denn, ich bin einer der Euren; ich bin nicht allein ein Maranne, ich bin ein dem Glauben meiner Väter treuergebener Jude!“ „Hochwürdigster Herr,“ entgegnete Don Antonio, „Ihr beliebet zu scherzen!“ „Das sei ferne von mir! Doch ich will euch, ehe wir das Seder beginnen, meine Geschichte erzählen, die euch das Rätsel lösen wird. Mein Urgrossvater war der berühmte Talmudgelehrte Rabbi Moscheh del Medigo. Sein Sohn, mein Grossvater, ward gezwungen, das Christentum anzunehmen. Öffentlich verleugnete er zwar seinen

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