Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 125)
- Language
- German
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123 die wir vollbracht, die Wohltaten, die wir geübt haben, sie gehören uns in Wahrheit, sie bleiben unser Besitz und gehen einst mit uns, wenn Gott uns ruft. VII. Eine Türe soll an der Sucko nicht fehlen. Die Türe stellt die Verbindung dar zwischen dem Bewohner der Sucko und der Aussenwelt. Sei kein Egoist, so lehrt uns diese Vorschrift. Arbeite nicht bloss für dich und deine Familie, wirke auch für deine Nebenmenschen und betätige dich als ein nützliches Glied der menschlichen Gesamtheit. Denke an das schöne Wort des Hillel וכשאני לעצמי מה אני Wenn ich nur für mich lebe, was bin ich dann? Das höchste Glück ist, andere zu beglücken. Die wahrste Freude, andere zu erfreuen. Gib den Armen, gib ihnen wieder und wieder, und werde nicht müde zu geben, und das Streben, Anderen Gutes zu tun, werde dir zur zweiten Natur. Unser grosser Lehrer Maimonides wirft einmal die Frage auf, was besser sei, einmal eine grosse Summe für gute Zwecke zu geben, oder die gleiche Summe in vielen kleinen Teilen. Was ist, um ein Beispiel anzunehmen, verdienstlicher und empfehlenswerter, einmal tausend Franken zu verschenken, oder tausendmal je einen Franken? Er antwortet, das letztere sei vorzuziehen, denn wer einmal sich zu einer grossen Gabe aufschwingt, dessen Herz kann leicht wieder hart werden, so dass er sein Ohr ein anderes Mal dem Ruf der Not verschliesst. Aber wer tausend mal gegeben hat, der wird nicht mehr aufhören, zu geben, und das Wohltun wird ihm zu einer schönen Gewohnheit. Vielleicht ist dies der Sinn des Thorawortes נתון תתן לו ולא ירע לבבך בתתך לו Geben, geben sollst du, wie die Alten es erklären, hundertmal, dann wird es dir nicht mehr schwer fallen, deinem armen Bruder zu geben.