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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1919-01-01 · 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919) · p. Seite 75

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
Issue
4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 75 (sequence 77)
Language
German
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75 III. Es ist bemerkenswert! Seit mehr als zwanzig Jahren ist solch eine komische Völkerdifferenzierung, wie sie die Gegenwart zeigt, innerhalb des Judentums tätig und arbeitet an seinem Volkstum! Zwanzig Jahre sind verflossen, seitdem der erste Zionistenkongress in Basel die Welt in Spannung und die jüdische Welt in Erregung versetzte. Ein unter den Völkern zersprengtes Volk sollte geeint, eine den verschiedenen Völkern einverleibte Nation sich selbst gegeben werden. Zionismus hiess der Sammelruf, und dieser Name sollte das jüdische Volk zur Volkseinheit, die jüdische Nation zur nationalen Einheit erheben! Was zu diesem Zwecke geplant, angebahnt und ins Werk gesetzt wurde, ist ins Rollen gekommen, hat Bewegung und Leben bekommen. Institutionen aller Art danken diesem Ziele ihre Entstehung. Sie blühen und gedeihen. Allein das Ziel selbst, die Einigung zur zionistischjüdischen Einheit ist nicht zustande gekommen. Im Gegenteil. Anstatt der angestrebten Einheit sind auf dem Boden des Zionismus selbst Parteiunterschiede entstanden, wie man sie vorher nicht einmal dem Namen nach kannte. Bis allher wusste man von traditionellem und reformiertem Judentum. Diese beiden Bezeichnungen reichten aus, die ganze Judenheit zu umfassen. Wer in die eine Rubrik nicht hineinpasste, war unter die andere zu bringen. Heute jedoch haben wir: Zionisten, Assimilanten, Misrachisten, Agudisten! Die angestrebte Einheit ist noch ferner als je. Das Experiment scheint misslungen! Was hat nun dieses Fiasko verschuldet? Ist es die Leitung, die der Aufgabe nicht gewachsen war? Ist die Aufgabe so schwer, dass jede Kraft ihr gegenüber sich als ohnmächtig erweist? Oder aber wurde die Einheit deshalb nicht erreicht, weil man den Boden,

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