Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919-1919)
- Issue
- 4. Jahrgang 5680 = 1919/20 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 30)
- Language
- German
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30 eines Gottesvolkes, für welches die Religion nicht Privat- und Nebensache sein kann, für die vielmehr die Thora das Lebenselement ist und bleibt. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass den thoratreuen Kreisen, die den Kern des jüdischen Volkes darstellen, der ihnen gebührende Einfluss bei dem Wiederaufbau des heiligen Landes eingeräumt werden wird. Von den Vereinigungen, welche die Gesamtinteressen der Schweizer Juden zu fördern sich bemühen, sei in erster Linie der schweizerische israelitische Gemeindebund genannt, der sich im vergangenen Jahre um die Beschaffung von rituellen Lebensmitteln am Pessach und vor allem in der Schächtangelegen-- heit erfolgreich bemüht hat. Neben der Tätigkeit des Gemeindebundes verdient die mehr nach innen gerichtete Tätigkeit des Zentralvereins zur Förderungdes g e s e t z e s t r e u e n Judentums in der Schweiz gleichfalls Beachtung, der sein Hauptaugenmerk auf die Erhaltung und den Ausbau seiner verschiedenen Institutionen — des jüdischen Wanderlehrers für die Schweiz, der jüdischen Stellenvermittlung Schomre Schabbos, der Chevras Schass, der schweizerischen jüdischen Volksbibliothek — richten konnte. Für die Zukunft wäre zu wünschen, dass alle Gemeinschaftsfähigen im thoratreuen Lager sich für die Errichtung von jüdischen Restaurationen, vor allem an den von jüdischen Reisenden viel besuchten Plätzen, bemühen würden. Ferner wäre es sehr zu begrüssen, wenn der gleichfalls vom Zenträlverein angeregte Plan der Begründung jüdischer Ferienheime in der Schweiz womöglich schon im kommenden Jahre zur Ausführung gelangen würde. Durch diese Ferienheime würde nicht nur zahlreichen Familien die Möglichkeit gegeben, ihre Kinder in ein jüdisches Heim zu bringen und ihnen die Erholung in der Höhenluft zu ermöglichen, die ihnen sonst ganz vorenthalten bleiben würde, sondern es