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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1918-01-01 · 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918) · p. Seite 77

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
Issue
3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
Date
1918-01-01
Page
Seite 77 (sequence 78)
Language
German
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77 sitztum verlor er ganz; Krankheiten and körperliche Leiden suchten ihn häufig heim. Zehn Söhne hatte er und alle wurden ihm entrissen und ins Grab geführt. Der Jüngste soll sogar auf grausamste Weise umgekommen sein.1) Dieses Ereignis, das in ihm zeitlebens nachzitterte, pflegte er oft den Leidenden, um sie zum duldsamen Ertragen aufzumuntern, zu schildern. Dazu noch die Schreckenszeit, in der er lebte, die die Gesichter in Trauer hüllte; dem Mund gekränktes Schweigen aufnötigte. So wurde ihm das Buch Hiob, mit dem er Zwiesprache halben konnte, das er mit seinen Tränen in der Stille der Nacht benetzte, zur Quelle des Trostes.2) Schildert er doch in einer Agada, wie die Kollegen Hiobs in Verlegenheit gerieten, da sie nicht wussten, worüber ihn zuerst zu trösten, über den Verlast seines Vermögens, seiner Kinder oder über seine Leiden! (Moed Katan Perek 31a.) Wie sehr ihm dieses Buch nahestand, beweist seine Behauptung, dass auch Hiob Tiberias zur Wohnstätte wählte und daselbst Kollegien gründete.3) Viele der Handlungen Hiobs empfiehlt er als Richtschnur für die rituelle Gesetzgebung, was er auch hie und da selbst befolgte.4) Dieses Buch wird von ihm auch als die beste Quelle zur Erklärung vieler dunkler SteUen im Schöpfungsbericht angesehen.5) So oft er das Buch fertig gelesen hatte, pflegte er den Spruch zu tun: „Ein gleiches Ende erwartet den Menschen wie das Tier; Heil aber dem, der aufwächst, aufgeht im Studium der Lehre, der seinem Schöpfer lebt *) S. Seder Hadoroth. 2) Moed Katan-jer. Perek 3. Chagiga 5. Man beachte, dass unter allen anderen Weisen daselbst nur von R. Jochanan das Buch Hiob zitiert wird. 3) Daselbst und Tanit 24b; Beracbot 3,1. 4) Berescbit rabba 26 Ende; 9,7; 83,7; s. auch Tanit 12. Das Zitat R. Chias bar abba, des Schälers von R. Jochanan, mit Bereschit rabba 28 Ende. 5) Berachot 17.

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