Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918-1918)
- Issue
- 3. Jahrgang 5679 = 1918/19 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 37)
- Language
- German
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36 „Pro Captivis“ in Bern bewerkstelligen und vor der Rationierung des Brotes in der Schweiz war ihm auch die Versorgung der jüdischen Gefangenen, insbesondere der in italienischer Gefangenschaft befindlichen Glaubensgenossen, mit Mazzos möglich. Ein neues Arbeitsfeld ist dem „R. M. D.“ durch die Internierungen in der Schweiz erwachsen und es ist vor allem mit Freude zu konstatieren, dass die schweizerischen Internierungsbehörden den religiösen Wünschen der jüdischen Kriegsinternierten nach Möglichkeit Rechnung tragen. Eine grössere Aktion zu Gunsten der jüdischen Kriegsinternierten in unserem Lande entfaltet der „R. M. D. “ alljährlich zu den hohen Feiertagen und zu Pessach. Für die Internierten wird zu diesen Festtagen ein entsprechender Urlaub erwirkt, um ihnen den Besuch eines, jüdischen Gottesdienstes zu ermöglichen, und es wird den Beurlaubten die Möglichkeit geboten, während der Urlaubsdauer rituell zu speisen. Es ist uns nicht möglich, hier auch auf die Tätigkeit der vielen andern jüdischen Organisationen der Schweiz einzugehen, deren Programm und Wirken teilweise bereits in früheren Jahrgängen*) geschildert wurde, so des jüdischen Hilfsfonds für die Schweiz, zu denen im Vorjahre noch der Schweizer Kriegsivaisenfonds der Agudas Jisroel getreten ist, auf dessen besondere Bedeutung an anderer Stelle dieses Jahrbuches hingewiesen wird. Auch für all diese Hilfsaktionen und humanitären Bestrebungen gilt die in den Kriegsstaaten so oft wiederholte Losung „Durchhalten“, jedoch in einem anderen Sinne: „Durchhalten“ — in den Werken jüdischer Bruderliebe. *) Es seL besonders auf den Aufsatz „Die Juden der Schweiz zur Zeit des Weltkrieges“ im jüd. Jahrbuch 5677 (1916/17) S. 171 verwiesen.