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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 182 (sequence 183)
Language
German
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182 reichliche Geldspenden an Landvögte und Schreiber erlaubt war, sich in Endingen und Lengnau aufzuhalten, waren sie endlich durch die neue Ordnung, wie recht und billig, als Menschen anerkannt worden, als Menschen, die gleiche Rechte haben durften, wie andere Leute. Kein Wunder, dass sie mit Begeisterung der helvetischen Regierung anhingen. So erklärt es sich leicht, dass einige junge Heissporne an einer Versammlung auf dem Hirschenplatz in Endingen davon sprachen, man sollte die Siggentaler wegen ihrer Renitenz gegen das Direktorium züchtigen. Ein paar Israeliten, die nicht allzuviel „More11 verspürten, sollen sogar eine Art Rekognoszierung gegen den Homberg vorgenommen haben, um die Rebellen auszukundschaften. Jedenfalls war aber die Kriegslust der Juden anno 1798 nicht so gross, als zur Zeit ihrer Könige. Trotzdem gingen allerlei übertriebene Gerüchte im Lande herum. Die Siggentaler vernahmen von dem Anschläge der Juden und schwuren ihnen Rache. „Sie wollen den Schindern einmal zeigen, was plündern heisse,“ vernahm man da und dort. Doch schien die richtige Zeit noch nicht gekommen; man wartete die günstige Gelegenheit ab. Diese Misstimmung der Siggentaler gegen die Juden, die sich jedenfalls mit der Zeit gelegt hätte, und den allgemeinen Widerwillen des Volkes gegen dieselben, benutzte nun eine Anzahl gewissenloser Menschen, um mit Hilfe der irregeleiteten Menge etwas in den eigenen Sack zu bekommen. Sie stellten sich heimlich an die Spitze der gegen die Juden Verhetzten, schürten planmässig überall das Feuer, leiteten die Verabredungen und dehnten das Komplott weiter aus. Alles das mit einer so merkwürdigen Heimlichkeit, dass zur Stunde des Ausbruches weder ein Jude, noch ein Christ in Endingen oder Lengnau

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