Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
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179 heit Als Juden, die in einem neutralen Lande wohnen, haben wir die Ehrenpflicht, durch eine gemeinsame und durch die Einheitlichkeit um so erfolgreichere Aktion den Notleidenden Palästinas, den am meisten von der Kriegsnot Betroffenen, beizustehen. So wollen wir uns der hohen Aufgabe bewusst sein, die uns das Glück des Friedens auferlegt. Nach dem hoffentlich baldigen Ende dieses Weltkrieges, wenn uns wieder normale Zeiten beschieden sind, werden — das kann jetzt schon gesagt werden — neue Möglickeiten hinsichtlich der Besiedlung und Kolonisation Palästinas und damit auch neue Aufgaben an alle Palästinafreunde herantreten. Dann wird, so hoffen wir, aus dem vom Schweizer. Komitee für Erez Jisroel in Zeiten schweren Kriegsleidens begonnenen Hilfswerk ein segensreiches Friedenswerk werden. Der Zwetschgenkrieg. *) Eine alte Geschichte aus der Grafschaft Baden. Es war eine traurige Zeit für unsere Grosseltern am Anfänge unseres Jahrhunderts. Nach den langen Kämpfen anno 1799 und 1800 im lieben Schweizerlande wurden darin überall die Franzosen wieder Meister. Sie setzten dann eine Regierung über unser Vaterland, Direktorium genannt. Die wohnte zuerst in Aarau, dann in Luzern, zuletzt in Bern. Sie durfte aber nicht machen, was ihr für das Land das Beste schien, sondern musste befehlen, wie es *) Die Erzählung „Der Zwetschgenkrieg“ entnehmen wir dem Badener Volkskalender (Buchdruckerei Jäger, Baden). Die interessante Begebenheit ist in den betreffenden Gegenden noch heute unter dem Namen „Zwetschgenkrieg“ bekannt, weil sich das Ereignis gerade um die Zeit, als die Zwetschgen reif waren, abgespielt hat.