Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 13 (26.3.1841)
- Date
- 1841-03-26
- Page
- Seite 97 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133888--1083-3135293- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1841 26. März. 13. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. Nt. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Der Tempel zu Hamburg und vr. Frankfurter's Vorlesungen über Religion im letzten Winterhalbjahre, von vr. M. Frankel. — bleuere Anregungen, betreffend die Cmanzipationsfrage (Forts.) — Bemerkungen;u dem Aussatze: „daS israel. Schulwesen in der Pfalz," von vr.Phil. Ehrenberg in Wolfenbüttcl. — Nachrichten und Eorrespondenzcn: London; Frankreich; Ungarn; Rheinpreußen. — Literatur: vr. Holdheim's Predigten. Der Tempel zu Hamburg und I)r. Frankfurter's Vorlesungen über Religion im letzten Winterhalbjahre. Von Di-. M. Frankel. In unscrm Tcmpelverein äußert sich seit einem halben Jahre eine erfreuliche Regsamkeit. Seines heiligen Zweckds sich lebhaft bewußt, und daher Eintracht nach Kräfte^ fördernd, har derselbe wahrend seines zwei und zwanzigjährigen Bestehens in stiller Thätigkeit das Heiligthum der väterlichen Religion gepflegt und wirksam zu erhalten gesucht. Er hat in der Nahe unberechenbar Gutes gewirkt, und war für die Ferne eine Feuersäule, welche leuchtend und leitend voranging. Was den Nahestehenden nicht immer deutlich wird, eben weil sie nahe stehen, das ist den entfernten Beobachtern, wenn sie mit unbefangener Sachkunde unheilcn, deutlich und klar: Der Tempel hat sich in seinem Kreise als eine Heilsanftalt und als ein Bedürfniß bewährt, und nach Außen sich als der Repräsentant des Fortschreitcns in der Religion gezeigt, der nichts Neues schaffen, sondern nur das Alte in seiner Wesenheit erhalten will; der zu zeigen sucht, daß die wahre Religion sich' auf den Höhe aller Zeiten befinde und den Menschen durch alle Zelten versöhnend trage. Der Tempel hatte das Glück, vom Anfänge an zwei ausgezeichnete Prediger zu besitzen, die auch auswärts als geschickte Homiletiker rühmlichst bekannt sind. Als der vr. Kley nach einer segenreichen Thätigkeit von mehr als zwei Decennien sein Predigeramt freiwillig niederlegte, wurde hinfort der Entschluß gefaßt, die Stelle wiederum auf gleiche Weise zu besetzen, und sich auch für die Zukunft nicht auf einen Prediger zu beschränken. Schon durch diesen Entschluß wurde gezeigt, daß der Geist des Tempels fortwährend ein lebenskräftiger ist, daß seine Anhänger die Bedeutung und Wichtigkeit desselben nicht nur erkannt, sondern in ihrem Kreise zugleich erfahren haben und fernerhin mit Liebe fcfthalten wollen. Viele, die früher den Tempel als etwas Fremdartiges betrachteten, näherten sich ihm in gerechter Anerkennung und mußten gestehen, daß auch hier Gottes Haus, auch hier die Pforte zum Himmel sei. — Der Tempelverein hat sich neuerdings des Glückes zu erfreuen, an der Stelle des vr. Kley in dem vr. Frankfurter einen Mann gewonnen zu haben, der mit einem ausgezeichneten Rednertalente Geiftesfrische verbindet, und seine Aufgabe ganz kennt. Seit seinem Hiersein (September 1840) har sich ein schon lange gefühltes Bedürfniß noch mehr herausgeftellr. Der Tempel, welcher kaum 300 Männer- und Frauenftellen enthält, zeigte sich, seitdem das jüngere Ge-