Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 8 (21.2.1840)
- Date
- 1840-02-21
- Page
- Seite 75 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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75 von denen wir glauben wollen, daß sie nur aus wahrer Anhänglichkeit für die Religion handeln, gewiß, sie wissen das wahre Interesse unserer Religion schlecht zu fördern, wenn sie sich einem Manne zuwenden, der den bedauerlichen Riß nur erweitern und unsere klaffende Wunde nur noch unheilbarer machen kann. — Doch wir wollen nicht voreilig urtheilen und im Vertrauen auf den Vater des Lichtes einer Hellen Zukunft froh entgegen sehen. So viel jedoch ist gewiß! Wenn irgendwo, so ist bei der Besetzung dieser ersten Stelle im Kreise allen Wählern, welche ein gemäßigtes Fortschreiten im Leben und in der Lehre wahrhaft wünschen, bas oben anempfvhlene innige Zusammenhalten, die Entäußerung von allen Privatrücksichten, die Vereinigung aller gleichstrebenden Kräfte auf Ein Ziel hin — ganz besonders nahe zu legen. Literatur. apiö to» Jesod Mora. Grundlage der Gottesverehrung , oder Untersuchungen über das mosaische Gesetz und die Grundprinzipien der israelitischen Religion, von R. Abraham ibn Esra. Von Dr. M. Creizenach. Hebräischer Text 5 S. Deutscher Text enthaltend eine paraphraftische Uebersetzung. 142 ©. kl. 8. Frankfurt a. M. 1840. bei Joseph Baer (Leipzig, T. O. Weigel). Splendid gedruckt. Der Werth und die Seltenheit des Originalwerkes rechtfertigen sowohl die Veranstaltung einer neuen Ausgabe, als die Hinzufügung einer Uebersetzung mit nölhigen Erläuterungen, ohne welche die Urschrift ein versiegeltes Buch ist. Die Uebersetzung ist gleichzeitig auch in lateinischer Sprache erschienen, wodurch bas Merkchen auch im Auslande desto eher gewürdigt werben kann. Der Herausgeber, durch viele literarische Werke in der Gelehrtenwelt rühmlichst bekannt, hat auch hier die ihm zugänglich gewesenen Quellen (worüber im Vorwort das Nähere) fleißig benutzt, und wiederum um die Literatur sich ein schönes Verdienst erworben. Die Uebertragung folgt möglichst genau dem Original, jedoch gleichzeitig mit Rücksicht auf die deutsche Sprache, welche der Herr Vf. mit Meisterschaft zu handhaben weiß. Materie und Form empfehlen demnach dies Merkchen, welches auch von Seiten der Verlagshandlung mit einem wohlgefälligen Aeußern ausgestattet erscheint. — Der Text ist in schöner Quabratschrist. mit Ausnahme einiger Buchstaben-Verwechselungen, correct. In der deutschen Paraphrase fanden wir auch nur einige wenige Punkte, in welcher die Kritik vielleicht nicht mit dem Verf. übereinstimmt. Statt uns aber dabei nutzlos aufzuhallen, gehen wir hier zu einem weit wichtigen, Gegenstand über, welcher auf jeden Fall mehr Stoff zum Denken darbietet, als die Sylbenstecherei, welche überall zu mäkeln findet. Herr Dr. Creizenach hat nämlich, und bei seinen bekannten Leistungen in der Mathematik, gewiß nach sorgfältiger Prüfung, die Erklärung des geistvollen Elchen bäum in Odessa, zu der mathematischen Stelle unsers Textes, Xlte Pforte, als die allein richtige erkannt, und in die Uebertragung mit ausgenommen. Dies wird in dem Vorworte (S. 6) auch offen dargetban mit den Worten: „Sehr erwünscht war mir die Erläuterung, welche Herr Eichendaum im Iten Bande des Eerem Chemed über die geometrische Stelle im Ilten Capitel gegeben. Sie ist so augenschemltch richtig und genügend, baß der Wahrheit liebende Herr Luzzato gewiß gerne die Erklärung derselben Stelle, welche er im zweiten Bande des K. Ch. gegeben hat, zurücknehmen wird." Dieß Urtheil stimmt überein mit der Annalen 1839. S. 204 gegebenen Andeutung. Nun aber erhalten wir so eben in Beziehung auf letztere, von Herrn L. eine Erklärung in italienischer Sprache, welche wir nicht umhin können, wortgetreu übersetzt mitzutheilen. Dadurch werden unsre Leser im Stande sem, ohne unsre Einmischung, die Wahrheit herauszufinden. Ueber die Arbeit des Herrn Eichenbaum im Kerem Chemed. IV. @. 115. ff. Einige Monate waren verstrichen, seitdem ich die Abhandlung des Herrn E. über die von mir bereits im K. Ck II. 70 — 81 erläuterte mathematische Stelle in A. E. gelesen hatte, auch hatte ich den anonymen Brief, welcher dieselbe begleitet, und in welchem meine Arbeit heruntergesetzt und getadelt wird, gelesen, ohne im Mindesten mich aufgelegt zu finden, die Sache nochmals zu untersuchen, und nachzusehen, in wie weit die Erklärung des Herrn E. von der meinigen adweiche und sie übertreffe; mich reuete schon der Zeitverlust bei so zweckloser Arbeit, und ich mochte nicht von neuem an einen so unbedeutenden Gegenstand meine * Zeit setzen. Da ich die Gewißheit habe, keinen mathematischen Fehler gemacht zu haben, auch weiß, baß meine Arbeit vor und nach dem Abdruck von Sachkundigen sorgfältig geprüft und gebilligt, ja sogar gepriesen worben, so ließ tch die Angriffe eines Anonymus aus Odessa, nach Werth, auf sich beruhen. Nicht so gleichgültig aber konnte ich bleiben, als ich in den Annalen I. 204 las, baß die Stelle des A. E. bisher ganz mißverstanden worben. Ich entschloß mich also dazu, einige Stunden der Untersuchung auszuopfern, und hier sind die Resultate: Von acht mathematischen Lehrsätzen, welche ich in der Stelle des A. E. zu entdecken glaubte, ist nur die erste von uns beiden verschieben aufgefaßt. Ich, dem gedruckten Texte wie dem Manuscript folgend, wo xy^xj steht, sage: Die Summe der Quadrate dreier Seiten rc., wogegen Herr E. das Wort in yyy ändernd, setzt: das Quadrat jeder Seite. Die Interpretation des Herrn E. hat vor der meinigen zwei Vorzüge, welche der Anonymus in seiner zweiten und dritten Einwendung gegen mich bemerkt. Die meinige hat aber gegen jene 4 Vorzüge; a) Er verwandelt das erste xy^x; in y^xj/ was ich nicht thue (das zweite xysxj ist in der Prager Ausgabe ein Druckfehler, die Hamburger hat yyxj). b) Er verwandelt pDD^S*2 in pDJ^O, was ich nicht thue. c) Wenn der Ausdruck des Originals zur Eichenbaum'schen Erläuterung stimmen soll, müßte er lauten vyb'z by& nicht y^xj by&- d) Er überträgt nachdem, und sagt, diesen Sinn habe das Wort oft bei A. E.; und doch hat dasselbe Wort, welches noch neunmal in demselben Capitel vorkommt, niemals Liesen Sinn. Die übrigen 7 mathematischen Lehrsätze A. E's drücken bei mir und Herrn E. ganz denselben Inhalt aus, nur daß wir in den Beweisen von einander abweichen. Nur ist zu bemerken, daß ich in Betreff des dritten, nach Einsehung einer Handschrift (K. Ch. III. 76) die vorher nach dem gedruckten Texte (72) gegebene Erklärung, änderte; die Interpretation des Herrn E. stimmt nicht mit meiner ersten, sondern mit meiner zweiten überein. Ueberbieß sind einige Emenvationen, welche ich hie und da im Texte für nölhig hielt, von Herrn E. übergangen, welcher sie ungeändert läßt und ihnen einen gezwungenen Sinn giebt. (Man lese genau IV. S. 118. 119.) ' Hiernach frage ich nun, ob man mit Recht sagen könne, daß diese Stelle von Herrn E. ganz mißverstanden worden? Es bleibt mir nur noch zu bemerken übrig, daß meine einzige Absicht bei jener Arbeit war, den mathematlschen Theil jener Stelle zu erläutern, nicht aber die Anwendung, die A. E. machen wollte, nachzuweisen. A. E. sagt selbst zu Anfänge dieser Stelle, er wolle die Eigenheit der Zahl 10 zeigen, um so das Tetragrammalon zu erklären. Ich, der ich die Zahlenkraft stets als Spielerei betrachte, habe mich um solchen Zweck gar nicht bekümmert. Und wer weiß nicht, daß das ganze Zahlensystem nur auf einer Annahme beruht, und daß, sobald wir das angenommene Dekadensystem verlassen und ein anderes setzen, die Zahl 10 alle Kraft verliert? — Betreffend das Tetragramma ist meine Ansicht in Rosenmüller's 8cho1ia in Jes. in comp. red. p. 24 zu lesen. Wenn indeß Herr E. diese Anwendung der mathematischen Verhältnisse auf das Tetragrammaton nach A. E. glücklich erläutert hätte, so würde ich seiner Interpr. vor der