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Israelitische Annalen · 1839-05-03 · Heft 18 (3.5.1839) · p. Seite 139

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 18 (3.5.1839)
Date
1839-05-03
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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139 schichtlich in der schön geschriebenen Einleitung, daß die Ansicht des R. Ahron sich behauptet habe, bis Eliahu Beschitzi, ein gelehrter Karait in Constanrinopel, die Maimonidische Kalender-Ordnung auch bei den Karaiten einführte und Neumondsrafeln anfertigte, um Irrungen vorzubeugen. Seitdem sind 300 Jahre verstrichen, sagt unser Verf., ohne daß jemand die argen astronomischen Fehler, die er begangen, bemerkt hat, welche zum Theil daraus hervorgingen, daß der Unterschied zwischen dem Kreise von Jerusalem (den Maimonides vor Augen hat,) und dem von Consta nt inopel, nicht gehörig veranschlagt worden. Allein da die Natur nicht mit einstimmte, und die verschiedenen Gemeinden, weil sie durchaus jeder Berechnung sich widersetzten, nur ihren Augen traueten, so geriethen sie mit der Bestimmung des Neumonds in die größte Verwirrung, und der Zwiespalt störte die Ordnung der Feste. Dieß Verhältniß dauerte bis 5530 (1770), da denn der Chacham Samuel durch seine Abhandlung W den Frieden theilweise herftellte; und erst sein Sohn Binjamm, Oberhaupt aller Karaiten, (und Lehrer des Vf.'s; im I. 1800 noch thätig;) vereinigte alle Partheien gänzlich, wozu besonders die astronomischen Beobachtungen im Anfang des Jahres 5560 (1799 Sept.) beitrugen. Nach einer klaren Nachweisung der Jrrthümer des R. Eliahu setzt der Vf. seine Theorie klar auseinander und giebr Tabellen und Exempel, alles auf den 45° Breitengrad berechnet, in welchem Tschufutkalä auf der Krimm, dem Wohnort des Vf.'s liegt. Er fügt eine sehr interessante Tabelle von allen den Orren bei, wo Karaiten wohnen oder Geschäfte halber sich aufhalten, damit sie nach deren Länge und Breite die Monate berechnen können. Die Bestimmungen hat der Vf. aus den neuesten astronomischen Werkender Griechen, welche durch die verbesserten Instrumente und berichtigten Beobachtungen viele ältere Irrungen abftellten; übrigens ist dabei immer der Pariser Meridian der erste. — Die Namen der Städte sind (nach hebräischem Alphabet geordnet, einige uns unklar): Adrianopel, Amsterdam, genannt Holland oder Alkahira in Aegypten, Babel genannt Bagdlkd, Genua, Damask genannt Scham, Danzig in Preußen, Hamburges, Haleb, oder Aram Zoba, Venezia die Jungfrau (?), Wienna oder Wien, Trapison, Tunis, Jerusalem,. Lissabon, London, Mekka Grab Achmet's (Mohamed), Neapoli, Ninive gen. Mosul, Padua Schule der Aerzte, Prag, Florenzia, Frankfurt a. M. große Messe (waren je Karairen hier?), Frankfurt a. d. O., Paris, Kandia gen. Kret, Korfu gen. Sakes, Conftantinopel, Rhodus, Roma Sitz des Pabftes, Saloniki; — russische insbesondere: Orenburg im Kasanschen, Archangelski, Achtyrkan, Guslow, Wilna, Jenikale, Jelisabethgrod, Kasan, Kaluga, Kamtschatka Meß, Kaffa, Kiowa, Kislar, Luzk, Kirmanzok, Kirimki, Mohilow, Mosdok, Moskwa, Nisnei (Lomov?) Orel, Petersburg Hptft. v. -po!/ Riga, Sebaftopol, Sumi, Thajgan, Chersonia. Sehr bescheiden entschuldigt am Ende der Vf. seine Dreistheit, gegen hergebrachtes Ansehen aufzutreten. Die große Verwirrung fordere Abhülfe; eine fortwährende Prüfung früherer Meinungen sei von jeher bei den Karaiten herrschend, und stets haben spätere Gelehrte die Ansichten ihrer Vorgänger berichtigt; Ansehen der Person dürfe in der Wissenschaft nicht gelten, sobald offene Beweise des Bessern vorliegen. — Seine eigenen Theorien rechtfertigt er an jeder richtigen Stelle des Buches gegen alle Einwendungen der Autoritätsanhänger, und beweist ihnen ihre eigenen Verlegenheiten und Widersprüche. In der That sehr viel, wenn man bedenkt, daß der Vf. in der Krimm wohnte! Briefwechsel über religiöse Zustände. 2. I. Reggio an S. D. Luzzato. Görz, 23. Jänner 1838. Werthester Freund! Weit entfernt, die Indiskretion zu bereuen, mit welcher ich Sie wiederholt aufgefördert habe, sich mit der Spallung zu beschäftigen, die nach meiner Meinung sich im Judenthum bilden will, Hab' ich vielmehr Grund, mich darüber zu freuen, da dieß zu Ihrem werthen Schreiben vom IS. Jän. Veranlassung gegeben. Ungeachtet ich, auftichtig gesagt, den Be- 'Hauptungen, die Sie im gedachten Briefe aufstellen, nicht beipfiichten kann, im Gegentheil gute Gründe zu haben glaube, denselben geradezu zu widersprechen, so ergreife ich doch mit lebhaftem Vergnügen die mir hierdurch dargebotene Gelegenheit, mit Ihnen eine Diskussion über jenen äußerst wichtigen Gegenstand anzuknüpfen, wovon ich mir denn auch, 18*

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