Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3139318-3133277-3133278--017-3133317- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
VIKTOR TISCHLER Viktor Tischler ist noch mitten in der Entwicklung. Sie vollzieht sich vor unseren Augen in einem nicht unbedenklich eiligen Tempo. Nicht unbedenklich. Denn die Helfer der schnellen Wandlungen sind hier die Gaben des Geschmacks und der Gewandtheit, die sich in den flotten und noblen Stilleben des Malers <eines davon im Besitz der Staatsgalerie) am offensten durchsetzen. Glücklicherweise weiß Tischler selbst Geschmack und Gewandtheit als das zu nehmen, was sie sind: als Gefahren für eine schöpferische Gestaltung. Daß in sein Schaffen Schwung gekommen ist, darf ihn und uns erfreuen. Denn dieser Schwung hat echte, starke Grazie. Aber wichtiger ist, daß der Künstler an dem tieferen Zug seiner Entwicklung festhält. Nachdem er in seiner Frühzeit sein Bau^ Programm begründet, nachdem er es dann mit einer leichten Schwenkung zum Gefälligen farbig verfeinert, müßte er jetzt beides verbinden, um zu jenen großen Formen des Wandbildes zu gelangen, wofür seine letzten Werke schon deutliche Versprechungen sind. *ui- *x;\ J HAGAR UND ISMAEL BLEISTIFT 8