Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11 (November 1857)
- Date
- 1857-11-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129790--2237-3133210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
342 Rundschau. Gelegenheit der W oh lth ati g keit fühle ich mich gedrungen, ein Gort, das ich längst auf dem Herzen habe, hier öffentlich auszusprechen. Rabbiner von nah und fern, oft auch Lehrer und Gemeinde-Vorsteher, ja in zahlreichster Weise christlicheBürgermeister schicken arme Leute mit Zeugnissen an mich. die ich in der Regel unbeachtet lasse. Wer hier nicht Conerionen unv Annehmer hat, die seine Sache zur ihrigen machen, wird durch Emvfthlungsschrelben wenig »der gar nichts ausrichten. Dieses Mittel wirkt nicht mehr. Es ist mir daher immer schmerzlich, wenn ich die armen Leute, die mit so großem Zutrauen hierher gereist sind und sich Unkosten gemacht haben, unverrichteter Sache entlassen muß. Die Verantwortlichkeit fällt aus d ie Aussteller solcher Zeugnisse zurück, und möchte ich Alle, die dabei mitwirken können, bitten, diesem Unfuge steuern zu helfen. — In unseren dießjährigen gesctzgeben den Körper sind wieber vier Israeliten gewählt worden, nämlich die Herren: vi. Neukirch, vr. Müssen, Joseph Nutten und Cahn-Speyer. Unter den Geschworenen der letzten Assisenperiode v.J. befinden sich drei Israeliten, nämlich die Herren: Aron Niederhofheim und Adolph Neinach, und unser berühmter Mitbürger, der Maler Herr Professor Moritz Oppenheim. — Für das Geiger'sche Album, zur Feier von desseu 25jähria.em Amtsjubiläum, (21. Novem. d. I.) sind von hier, in der theilnehmendsteu Weise, zahlreiche Beitrage nach Breslau abgegangen. Der Herausgeber d. Bl. hat den Versuch gemacht, zu diesem Zwecke ein größeres Gedicht in hebräischen Herametern, genau nach der „RvZma" zu verfassen, und hat dasselbe bei hiesigen Kennern der hebr. Sprache viel Anklang gefunden. Es sollte uns herzlich freuen, wenn es auch dem verehrten Jubilar Freude gemacht hat. Wir werden dasselbe im nächsten Hefte mitheilen. — Die iSrael. Gemeinde Wiesbaden, wo G. zuerst und unter schweren Kämpfen als Rabbiner gewirkt, hat demselben, als Zeugniß dankbarer Anerkennung und Erinnerung, einen silbernen Pokal votirt. Ans Franken wird uns mitgetheilt. daß eine israelitische kinderlose WiiNve-aus Fürth sich nach Leipzig verheirathet hat, ohne daß vorher, wie in diesem Falle, nothwendig gewesen wäre, die „Chaliza" stattgefniiden, indem ihr Schwager als Levir sich geweigert, auf die Handlung einzugehen, weil wegen per Verlassenschaft des verstorbenen Bruders ein Proeeß anhängig war. Kein baierischer Rabbiner ließ sich herbei, aus Verlangen der betreffenden Wittlve LiäänsLkw zu geben. Wer sie copulirte, ist unserm Corresvondenten nicht bekannt worden; die Anzeige der vollzogenen Ehe stallt aber in einem baierischen Blatte. — Dem Herausgeber d. Bl. ist neulich ein ähnlicher Fall aus Norddeutschland, mitgetheilt worden, daß, eine beklagenswerthe Wittwe an ihrer Wiederverheirathung gehindert und dadurch, da sie ihrem Geschäfte nicht allein vorstehen kann, von Verarmung bedroht ist, weil sie mit ihrem Schwager, der noch dazu in Nordamerika lebt, gespannt ist mid.au i»gend welcher Nealisiruug der »Chalizafast verzweifeln muß. Es wäre in der That an der Zeit, namentlich für Fälle, wo durch das Verwegen des Bruders in fernen Ländern ein „ Zusammenwohnen der Brüder" nicht stattfindet, die für uns zu baarem Unsinn gewordene „Chaliza" aufzuheben. - Der Vorschlag dazu wird in dem letzten Hefte der „^.rclnves Isra«!itss" von Herrn Diedersheim in sehr vernünftigen, eindringlichen Worten gemacht___ Aus Trier ist uns eine Sammlung zum Besten der Armen in Palästina,, durch Herrn Ob. N. Kahn gesammelt, zugekommen. Folgende Gemeinden trugen bei: