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Der israelitische Volkslehrer · 1857-08-01 · Heft 8 (August 1857) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 8 (August 1857)
Date
1857-08-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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34 Die werdende Schöpfung. Und wann sollte dieser Gedanke schwerer unS auf's Her; fallen, alö in dieser Stunde? Wieder ist die Welt, wieder sind wir um ein Jahr älter geworden. Es ist dahin dieses Jahr wie seine vorhergegangenen Brüder alle, und wir werden vergehen, wie unsere vorangegangenen Väter alle. Wohin wir gehen? wir wissend nicht! Woher wir kommen? keine Antwort! Alles stumm! Rings um unS her geht ihren ewigen Gang eine Welt voll Räthsel. Die Sterne leuchten, und die Blumen blühen, und die Vögel singen, und der Wald rauscht — auf unsere Fragen haben sie keine Antwort! — O schmerzliches Gefühl unserer Hinfälligkeit! niederbeugender Gedanke der Unzulänglichkeit unseres Geistes! Was thun aber die Menschen?— Sic kümmern sich nicht um diese Fragen. — Sie essen, trinken, bekommen Kinder und sterben. —Und das wäre der ganze Mensch? — Und um wieviel stehen Solche höher als das Thier? —Höher — selten! —tiefer — sehr oft! — Ihr aber, die ihr jenen Gedanken nicht aus dem Wege gehet, so schmerzlich sie oft das Herz bewegen, kommet zu mir. Wir wollen diese heilige Zeit wieder benützen, um in einer Reihe von religiösen Betrachtungen den unsterblichen Geist zu erheben und die dürstende Seele zu tränken ^dN IdQV „aus dem Brunnen des lebendig Schauenden." -— Die werdende Schöpfung sei der Gegenstand unserer erhebenden Festbetrachtungen. Er zeige uns das ewige Schaffen und Weben und Walten des göttlichen Geistes, der auch uns, unS kleine vergängliche Menschen, in seinen großen Welt- und Schöpferplan verwebte, der auch unsere Zeit, mit ihren gährenden Elementen, bestimmt hat, an jener Erneuerung der Menschheit mitzuwirken, von der es heißt: NUNN NV'P M NQAN NNp „siehe, ich schaffe ein Neues!—Bald soll es hervorsprießen!" (Zes. 43. Z9.) Wohlan! lasset uns in dieser letzten Stunde deö hinscheidenden Jahres schöpfen erhebende Gedanken beim Hinblick auf unsere Vergänglichkeit aus Gottes großer und weiser Weltordnung. Und da unsere Gebet- und Festordner den morgenden Tag bestimmt als einen Tag der Erinnerung an die uranfängliche

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