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Der israelitische Volkslehrer · 1851-12-01 · Heft 12 (Dezember 1851) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 12 (Dezember 1851)
Date
1851-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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I ^.feiner Familie gegenüber. ' 283 so gingen die ftepdigen Lieder (Semiroth) den ganzen Sabbat fort, bis eS Abend wurde, bis die Nacht hereinbrach, und die Töne wieder anfingen, trauriger zu klingen? Da hieß es wieder: mptt H -«2 cn^ INN „O! du Allmächtiger, Furcht- ^^aus^leiner-Angst und Noch rufe ich zu Dir!" — Hier habt ihrem kleines Bild, was den Juden das Familienleben gewesen! — Ihr werdet nun auch wieder heimkehren in den hauslichen Kreis; v?'!« „ein Jeder von euch wird zu seiner Familie zurückkehren!" Wenn Ihr lange Zeit in der Fremde gelebt haben werdet, da wird es Euch drängen, wieder nach Hause zu gehen, zu der theueren Stätte zu gelangen, von wo Ihr ausgegangen seid. Ich hoffe, Ihr werdet so zurückkehren, daß Ihr eueren Familien zur Ehre gereichen_^md würdig dastehen werdet unter den Menschen, um einen eigenen Heerd zu begründen, eine eigene Werkstätte zu leiten, um so den Segen der neuen Zeit, den gewerblichen Fleiß, zu verbinden mit dem Segen der alten Zeit, das ist die brüderliche Innigkeit. Wohl werdet Ihr wenig mehr von der alten Knechtschaft Zudars verspüren! Es sind große und gewaltige Zeiten an unS vorübergegangen; es ist die Schmach Israels ^erlösch^ und^e»— tilgt worden; auch wir genießen nun Menschenrechte, unverkürzt, gleich jedem Andern. Nichts destowem'ger haltet nach wie vor das Familienleben in Achtung und in Ehren; und darum, auch jetzt, wo Ihr ferne von den EuerK lebt, habet sie stets liebend vor Augen! Die Liebe zu unserer Familie ist die erste Liebe, die wir empfinden; sie bleibe unser seligstes Gefühl bis an unser Ende. Sie sei uns auch in der Neuzeit die Quelle alles Guten, die Quelle allgemeiner Menschenliebe! Denn wo jene Liebe fehlt, wie sollte die zu andern Menschen vorhanden sein? Die Liebe zu den Unserigen, die wir schon bei unserer Geburt einathmen, sie bleibe unsere Lebenslust durchs ganze Dasein. Während unsere alten Weisen sagen: „der Haß bringt den Menschen aus der Welt," fei es die Liebe, welche unS als Israeliten, als Menschen immer mehr erneue und verjünge. — WaS würde aus dem Meuschen werden, so die Liebe auS feinem Herzen geschwunden? — Ich will eS versuchen, Euch ein Bild davon zu entwerfen! —Ich hatte einen Traum. ES war,

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