Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 8 (August 1851)
- Date
- 1851-08-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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474 Die Heimkehr des SohueS. betrachten, untersuchen, und daS gebesserte Herz lassei uns erbeben zu Gott in den Höhen. Wäre der umkehrende Sohn unvorbereitet und durch seine Irrfahrten verwildert zu dem Vater gekommen, hätte dieser sich fteucn können? Aber so, da er, in der Herberge zu sich selbst gekommen, seinen Fehler einsah, zerknirscht, gedemüthigt als ein ganz anderer Mensch zum Vater kam, so konnte dieser sich freuen. Soll Gott Freude an euch haben am Versöhnungstage, so kommet zuerst iu der Herberge zu euch selbst, damit ihr als neue Menschen kommen wöget zum Vater — diese Einkehr ist zur Vorbereitung dringend noth wendig. ll. Kehr'ein, o SeeN, zu deiner Ruh'! — Tie Einkehr in uns selbst ist ebenso nothwendig als zugleich überaus heilsam; dieselbe ist nicht nur die erste, unumgängliche Vorbedingung zur Buße, sondern sie ist zugleich der Anfang der Buxe selbst. AlS der Sohn in die Herberge eintrat, da fühlte er sich erst müd' und zerschlagen am ganzen Leibe, und da erfuhr er erst den Gegensatz zwischen der fremden, wilden Welt und rem lieben, kauten Vaterhaus' So lange er lief, fühlte er die Müdigkeit gar nicht; fein aufgeregtes Blut, daS rasch durch seine Avern rollte, trieb ihn weiter und weiter, unstät und flüchtig. Die Müdigkeit nun und die Zerschlagenheit, die ihm erst bei der Einkehr recht fühlbar wurde, die verursachten ihm freilich Anfangs Schmerz und Unmuth, und doch waren sie so heilsam, denn sie brachten in ihm, als er so einsam und traurig an seinem Tischleia im Winkel saß, die Sehnsucht hervor nach rem Frieden, nach der gcmütherquickenden Ruhe des Baterhauses. Lieben Fr., th. Br. und Schw., ist es denn nicht gerade so mit uns Menschen? Genügt uns denn das Rennen und Zagen durch die Welt? Saget an, gestehet es ein, heute am Vorabende deS großen Gerichtstages, befriedigt das äußerliche Treiben wirklich euer Innerstes? Dieses Lärmen der Alltäglichkeit, dieses Tobea