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Der israelitische Volkslehrer · 1852-06-01 · Heft 6 (Juni 1852) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 6 (Juni 1852)
Date
1852-06-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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»44 Du sollst Vater und Mutter ehren. euere Frauen zu; lasset ab von der traurigen und unheilvollen Spaltung, in welche die überwiegend große Mehrheit der Aufgeklärten und denkenden Männer in der Gemeinde sich wieder trennt und zerklüftet: und ihr werdet sehen, was hier geschaffen werden kann, Großes und Erhebendes für Nah und Fern, und das Treiben der Gegner wird nur dazu dienen, die Sache des Lichtes in ihrer ganzen Herrlichkeit erscheinen zu lassen. Und Ihr, geehrte Mütter und Frauen von Israel, Ihr vor Allem sollet uns beistehen, vorzüglich dort, wo Ihr die Priesterinnen des Höchsten seid, im Heiligthum Eueres Hauses, das religiöse Leben, die religiöse Weihe zu retten, die Euch und Eueren Töchtern zu so großem Heile gereicht! Denn die Religion ist ja die erste und letzte Schirmerin der Sittlichkeit, welche als das schönste Diadem auf dem Haupte unserer Frauen und Jungfrauen glänzt. Religion, Eheglück, Sittlichkeit — hohe» heilige Namen! — und alle drei sind dem Weibe zur Ohbut vertraut, und alle drei erweisen sich dankbar» indem sie wieder das Weib hüten, daß kein Verderben ihm nahe komme! —- Und ist so der religiöse Funke gerettet auf dem häuslichen Altare durch Frauenhand, dann muß der religiöse Sink das Frauenherz begeistern und antreiben, Nahrung für die häusliche Flamme aus der öffentlichen Gottesverhrung zu holen. Da ist aber hier zu schlecht für euch gesorgt, geehrte Glaubensschwestern. In solcher Weise, wie Ihr und Eure Töchter heute euch des Antheils an unserem Gotteshause erfreuet, ist es euch sonst nie gegönnt; da ist es gewöhnlich ein düsteres, finsteres, abgeschlossenes Gefängniß da droben, wo sich euer Gemüth zu Gott erheben soll, und im betrübendem Gegensatze geht für euch der Besitz erleuchteter Männer mit dem Besitze einer zu jeder Störung und Unordnung Veranlassung bietenden finsteren Frauensynagoge Hand in Hakd. Soll das wirklich also bleiben? könnet auch ihr, gottesfürchtige Frauen, gleichgültig bleiben, daß ihr selbst, daß euere Töchter jahraus, jahrein, oft das ganze Leben hindurch keinen Gottesdienst besuchen, weil der Aufenthalt für die Frauen mehr abstößt als anzieht? Und wenn der letzte Nvthanker reißt, welchen die Mligion noch im Frauenherzen hat,

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