Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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293 Briefe über jüdische Zustände in Paris. Abfassung des babylonischen Talmuds bis zu Ende der geonäischen Periode, mit andern Worten: Kenntniß der Epoche der Sabburäer und Geonim, besonders aber der ersteren. Zusammenstellung der verschiedenen Notizen, welche die verschiedenen Talmud-Kommentare enthalten und Vereinigung derselben in ein Gesammtbild, welches eine Ansicht über diese dunkle Zeit zu liefern im Stande wäre. Die Frist zur Einsendung der Beantwortung ist September 1855. Diese Preisfragen wurden auf Anregung Herrn Albert Kohn's ausgegeben und werden nicht von dem genannten Verein, sondern von einem einzelnen Freunde der jüdischen? Wissenschaft honorirt. Der Preis für die Lösung dieser Fragen ist auf je 1500 Franken bestimmt. Ein derartiges Streben, die Wissenschaft zu fördern, verdient gewiß die höchste, vollkommenste Anerkennung und thut in Frankreich besonders Noch. Paris hat zwar keinen Mangel an ausgezeichneten Gelehrten, ich erinnere nur an die Herren Münk, Frank, Salvador, Dernburg, Terquem, S. Cahen und Albert Kohn selbst; es kann aber doch anderseits nicht bestritten werden, daß diese Männer nur einzelne Erscheinungen sind und die jüdisch-theologische Wissenschaft im Allgemeinen weniger blühend ist. In Deutschland fehlt es nicht an Gelehrten, desto mehr aber fehlt es leider an jüdischen Mäcenen, OH O^NNQ, an solchen, welche die Wissenschaft durch ihren Reichthum und ihren Einfluß fördern und unterstützen. Wie Vieles wurde nicht schon über die Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät in Deutschland geschrieben, gesprochen und gewirkt? Welchen Erfolg hatten diese Bemühungen? Die Erscheinungen der jüdischen Literatur werden von unsern Reichen nicht einmal gekaust, geschweige daß sie die Herausgabe ausgezeichneter Werke unterstützen! Deutschland hatte bis jetzt vor Frankreich den Ruhm der Gelehrsamsamkeit voraus; wenn nun aber Frankreich durch solche Aufmunterung zur Bearbeitung jüdisch-wissenschaftlicher Werke Deutschland auch noch diesen Ruhm streitig macht, was bleibt