Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1853)
- Date
- 1853-07-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Bräuche und MißHrönche. zur ewigen Seligkeit erhoben; das heißt nichts Anderes, als nur Derjenige wird ihrer würdig befunden, der seinen guten Namen, und durch diesen dem Anschlüsse seines Lebens an das göttliche Wort, pünktliche Aufmerksamkeit, unvergeßliche Sorgfalt angedeihen ließ. — Das Alles ist sehr sinnig und schön; aber, wie fast überall auf dem Gebiete der ceremoniellen Uebung ist auch hier der Brauch zum leeren Formelnwesen verknöchert, Sinn und Geist entschwunden. Unter den Tausenden, die täglich im Gebete ihren „kosuk" hinmurmeln — wie wenige sind es, die dabei an den Zweck der Einrichtung, die dabei überhaupt nur an etwas denken? Höchstens möchte ihnen der schauderliche Grund beifallen, den sie einmal in irgend einem Minhagim-Buch gelesen, der die Furcht vor dem Tode bei den Unserigen so sehr gesteigert hat, der Gedanke an die Engel des Verderbens (!"^2N '255^Q) und an die Schleuder (z^pn worin jene die Seele von Weltende zu Weltende schleudern, welche ihres Namens vergessen habe. Denn wie in der heidnischen, so auch in der jüdischen Mythologie werden vom Volke die Sagen nach dem dürren Buchstaben genommen, der niederdrückend, nicht nach dem in ihnen wohnenden Geiste, der erhebend ist. In der That, wenn solche geistlos oder gar gespenstisch gewordene Bräuche aus dem Volke schwinden, so braucht man über sie kein Gras auszuraufen, geschweige denn sich selbst die Haare. — Aber besser ist es doch, wenn vernünftige Bräuche, in der alten Form verstorben, mit einer neuen Form bekleidet werden und der Geist wieder in sie komme (NNN ON2 ttüNI), und sie neu unter uns aufleben. Das hat die neuere Zeit, die, wo die Heiligkeit der Reform begriffen wird, nicht zerstören, sondern bauen will, auch bei dem Wahlspruch fürs Leben angestrebt und solchen den israelitischen Kindern in dem feierlichsten Momente ihres kindlich-jugendlichen Lebens, bei der Confirmation, mit auf die Lebensreise gegeben. Wir haben es nun versucht, auch bei den deutschen Versen die schöne alte Weise, daß dieselben mit dem Anfangs- und Endbuchstaben des Kindesnamens beginnen und schließen, beizubehalten; und geben wir