Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1853)
- Date
- 1853-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Garben und Sterne. Propheten sagt: 12 im Traume rede ich mi t ihm! Deßwegen sagt auch der heilige Sänger: „Ich werde in Gerechtigkeit dein Antlitz schauen, werde mich laben, wann ich erwache an deiner Gestalt. (Ps. 17, 15.) Unser irdisches Denken und Wissen von Gott erscheinet ihm wie ein Traum, und eine höhere Einsicht ersehnet und hoffet er, wo unser Traum zum Wachen, unser Ahnen zum Schauen werde. — Deßhalb aber , weil das Göttliche unsichtbar, unfaßbar, mit Händen nicht zu greifen ist, deßhalb verwerfen es die Sinnlichmateriellen ganz und gar — und doch liegt in ihm, das den Geist erhebt, das Herz erfräftigt, den Muth beflügelt, den ganzen Menschen adelt und heiligt, das Wahre und Wirkliche, das Ewige und Bleibende, während das Sinnliche und Materielle, das den Geist knechtet, das Herz aufreibt, die Seelenflügel lähmt, und so oft unsere menschliche Natur herabwürdigt und entweiht, das Falsche und Nichtige ist, das Wandelbare und Vergängliche. So halte du fest an Gott, Religion, Unsterblichkeit, an allem heiligen Hoffen und Streben — denn, in Wahrheit, es ist dies Alles so erhaben über Jenem, wie die Sterne des Himmels, die ungreifbaren, erhaben sind über den faßbaren Garben des Feldes. Und vergiß ja über die Garben, zu denen du dich unablässig niederbeugest, die Sterne nicht, zu denen du emporschauen, emporstreben sollst! Denn wenn du deine Bestimmung vernachlässigst, dann haben die Thiere des Feldes ein Recht, auf dich herabzuschauen; aber wenn du deine höhere Bestimmung erfassest und ihr gemäß lebest, dann werden sich, wie vor Joseph, die Sterne des Himmels, der Mond und die Sonne vor dir beugen, denn über sie empor werden Religion und Tugend dich erheben bis zum Throne Gottes. Möge sich dann immer in deinen böheren Gedanken manches Träumerische finden, wie auch Jakob seinen Sohn Joseph in unserm Texte darauf aufmerksam macht (tt'Q) ttllZN); in der Hauptsache werden sie dir Wahrheit verkünden, wie es auch bei Joseph heißt: „doch sein Vater merkte sich die Sache" 1^1) - Und mögen dich die Sinnlichmate-