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Der israelitische Volkslehrer · 1853-06-01 · Heft 6 (Juni 1853) · page 2

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 6 (Juni 1853)
Date
1853-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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130 Garben und Sterne. Haß bei ihren Brüdern erregen, ob sie dadurch Unfrieden und Zwietracht in das große Vaterhaus einführen — liegt nichts daran! Die „Josephe" des Hochmuthes und Geldstolzcs kümmern sich darum nichts! — Ja, noch mehr! Diese Klasse von Träumen wird von jener Klasse von Menschen gar nicht für Träume gehalten; in ihnen, glauben sie, liege das Wahre, das Wirkliche; recht „reell", recht „materiell" sein, das ist ja die vorherrschende Richtung unsrex Zeit. Darum sehet ihr die Religion vernachlässigt; darum, selbst in einer Zeit, wo das geläuterte Judenthum mit Feinden inner - untz außerhalb der Mauern zu kämpfen hat, die Gotteshäuser dennoch verlassen; darum selbst am Säbbathtage selten eine Stunde erübrigt, sie dem Göttlichen zu widmen — denn Religion, Gotteshaus, Gottesdienst — ach, was sollen ihnen diese Dinge! — D a s sind ja in ihren Augen nur „Träume" (NIÖ^N); da kann man ja nicht sammeln, da keine Garben binden! — — O über eure Verkehrtheit! -- Ist das Greifbare, Eßbare, Sammelbare, wirklich das Wirkliche am Traume dieses Gebens — o Schade, Schade, daß uns der gütige Schöpfer nicht zu großen Thieren gebildet hat, die mit ganz andrer Lust genießen, einen viel weiteren Leib haben, um eine bedeutendere Summe materieller Welt in sich aufzunehmen!—Und von all' jenen großen „Garbenträumern" und hohen „Garbensammlern", was bleibt von ihnen in Wirklichkeit übrig, wenn sie selbst zu Haufen gesammelt werden? — Und wie viele von ihnen sind noch dazu der Fluch ihres Geschlechtes, die Verachtung ihrer Mitmenschen geworden! Und wie Viele von ihnen haben durch die unbändige Lust, in sinnlichen Lüsten zu schwelgen, in der Häufung des materiellen Gutes das Leben ihres Lebens zu finden, sich selbst den Tod geholt, oder ein Leben , bitterer als der Tod!—Wir müssen wieder auf Rahel zurückkommen, deren erschütterndes Geschich wir bereits vor einigen Wochen betrachtet! — Sie war mit dem E nen Sohne, den sie so lange ersehnt, den sie so glücklich war zu empfangen, nicht zufrieden. — Und wie sprach sie? — „Joseph"! rief sie aus! d. h. im Hebräischen: mehr! —

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