Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1855)
- Date
- 1855-12-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4Z4 Die Synagoge in Leipzig und ihre Einweihung. Zeiten, in denen die Juden „Heimath- und herrenlos" gewesen, „dlese schwärzesten Schattenseiten der Völkergeschichte," um desto freudiger bei der Gegenwart zu verweilen. — Im Verlaufe seiner Rede gab vr. Jellinek eine Erklärung der Inschriften über den Thüren und benützte sie zugleich, um aus ihnen die Bestimmung deS neuen Tempels abzuleiten. Und der Zweck desselben fei kein anderer erläuterte er — als allem Heiligen und Hehren, Edlen und Guten, Schönen und Wahren eine bleibende Stätte zu sein; er solle, entsprechend den Kräften, die das Werk unterstützt und gefördert haben, ein Denkmal für den Sieg der Liebe über den Haß sein, ein Denkmal für jene edlen Geister, welche diesen Sieg mit erringen halfen, ein Denkmal ves religiösen Friedens, ruhmvoller als die Denkmäler in Leipzigs Umgebungen, welche an eine blutige Völkerschlacht erinnerten; ein Denkmal, errichtet den Vorkämpfern einer neuen Zeit, deren Losungswon. die Menschenliebe; ein Denkmal für Friedrich August den Gerechten, das erste Denkmal desselben in Sachsen, ein Denkmal für die geläuterte Gesinnung in der Stadt Leipzig, ein Denkmal für die Begeisterung der Gemeinde; ein solches hehres und bedeutungsvolles Denkmal solle dieser Tempel sein. — In der Thal, man muß sagen, daß der Same, den Moses Mendelssohn, dessen 126jähriger GeburtStag mit dem Tage der Einweihung der neuen Synagoge zusammenfällt, ausgestreut hat, nicht bloS unter Christen, sondern auch unter den Juden Früchte getragen hat und gewiß mehr und mehr bringen wird. -^5»:«, SR Pabst Sixtus V. u. die Shyloksage. (Schluß.) DaS Abendroth verglühere hinter dem ZaniculuS. Die gewal tige Kuppel von St. Peter erhob ihr dunkles Riesenhaupt in die helle Glorie, welche sie umstrahlte, und von dem Seitenthurme tönte in feierlichen Glockentönen das ^ve Alaria. Sirtus ging wieder die herrliche Loggia auf und ab, die von dem Zauberpinsel Raphael'S in aller Frische seiner unerreichten Bildungen belebt war. Aber er konnte den Gedanken an das grausame Schauspiel.