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Der israelitische Volkslehrer · 1855-08-01 · Heft 8 (August 1855) · page 6

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8 (August 1855)
Date
1855-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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284 Verein j. Unterstützung armer Gemeinden deS nächsten Bezirkes nicht hinaushebt, in welchen engen Kreisen fle nicht selten eine gewisse Ueberfülle von Thätigkeit entwickeln, ""die aber mehr aufreibend als erhebend wirkt; oder sie fallen einem vagen, bodenlosen CoSmopolitismus anHeim, nur selten für die eigenen Angelegenheiten Herz und Sinn erwärmend. — Dennoch wagen wir eS, mit einem neuen Vorschlage hervorzutreten, durch welchen der Gemein sinn Israels auf religiösem Gebiete sich bewähre, und dürfte der in der Überschrift bezeichnete Verein Anklang, und im Laufe der Zeit wohl auch Aus- —führung finden, und zwar um so mehr und um so eher, weil derartige Vereine auch in nichtisraelitischen Kreisen vorhanden sind, und der Nachahmungstrieb, der als ein mächtiger Impuls in allen menschlichen Angelegenheiten und Kreisen sich bewährt, namentlich bei den Israeliten sich als ein sehr wirksamer Faktor erweist. Warum sollten wir ihn nicht anrufen und benützen, wo ss einer so schönen und heiligen Angelegenheit gilt? — Welch ein herrliches Muster und Vorbild aber liegt nicht für den in der Überschrift erwähnten Verein in dem bekannten Gustav-Adolphs-Vereine, der so schöne Früchte trägt, und dessen Wirksamkeit von Jedem, der religiösen Sinn in jedem Kreise gerne verbreitet und gekräftigt sieht, die lobenswertheste ..Anerkennung verdieltt! — ES gereicht uns Israeliten durchaus nicht zur Ehre, daß von derartigen Instituten und Bestrebungen in der ganzen europäischen, oder wenigstens in der ganzen deutschen Zudenheit, unseres Wissens keine Spur vorhanden ist. Die etwa beizubringende Entschuldigung, daß der JSraelite im Allgemeinen durch die Aufbringung der Kosten für den CultuS der eigenen Gemeinde schon genug belastet sei. dürfte nur theilweise genügen, und in außcrisraelitischen Kreisen, wo man zuweilen eine übertriebene Meinung von den unter Israeliten vorhandenen Mitteln hegt, gar keine Geltung finden. Uebrigens ist die Beihilfe der Gemeinden zum Zwecke der Erbauung neuer Synagogen und Schulhäuser im Grunde auf israelitischem Gebiete nichts NeueS. Bekanntlich war eS in früheren Zeiten Gitte und Gebrauch. auS der Mitte der für einen Neubau der Synagoge Hilfe suchenden Gemeinde zwei oder mehrere Männer mit dem sogenannten „Schul-

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