Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1856)
- Date
- 1856-12-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Michael, Balladen Mir nicht blühen Lilien, Rosen, Winkt kein Strauch, kein Dach, kein Heerd; Ach von allen UnglückStoosen — Was ist mehr beweinenswerth. Als von Ort zu Ort zu irren. Fremd zu Fremden hinzugeh'n,...... Und in ew'gen Lebenswirren Immer fern vom Ziel zu steh »? — Doch ich will sie mir erringen, Eine Heimat, einen H-erd; Ha, ich will ihn uns erzwingen, Denn ich fühl'S, wir sind sein Werth!" 2. ES sitzt der greise Vater Wohl unter dem Fliederbaum, Stärkende Düfte steigen AuS weißer Blüthen Schaum. Er blickt in S Thal hernieder, und Fieäd i» Trauerschtin Blitzet auf seinem Ajltlitz; ES mochte wohl Wiehmuth sein: „Dort unten in dem THÄe, In der reichbethürmien Stadt, In HildeSheim'S Ringmauern Dein Volk gesessen hat; ES grünete und blühte,< Sin Weinstock, reicht und schlank; Ach, Alle find vertrieben — Weil — zu vergiftetem Trank — Die Brunnen fie verwandelt! — O boshafter Thorheit Wahn! — Und mußten sie selbst nicht sterben. Wenn solche That fie gethan? — Und dennoch treibt eS mich Alten Und Dich, den Jüngling, her, Zu legen auf theuere Erde Mein Haupt, so sorgenschwer; 3» legen das Haupt, das müde, Su den Vätern in die Gruft-- Doch du wirst leben und athmen Die köstliche Heimathlust!"