Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9 (September 1856)
- Date
- 1856-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Z5<5 GmweLhuug der v. Lämel'schen Lehranstalt zu Jerusalem. Diese Feier ging am 27. Juli d. Z. in der heiligen Stadt, in Gegenwart des österreichischen Confuls, des Pascha's von Jerusalem, der dabei mit glänzendem Gefolge erschien, dem Ober- Rabbiner (Chacham Baschi) Abulafia mit seinem ganzen geistlichen Kollegium, dann der Konsuln von Frankreich, England. Spanien. Sardinien 2c. :c., sämunlich mit großem Gefolge, vor sich; 4V Kinder, von denen 20 außer dem Unterrichte auch Kleidung und Beköstigung empfangen, waren gegenwärtig. Herr Dr. Frankl sprach bei dieser Gelegenheit eindringliche Worte; er wieß auf R. Zochanan ben Sacka! hin, welcher bei der Zerstörung Jerusalems den Gedanken eines geistigen Reiches erfaßte, und von dem Römer sich nichts erbat, als: „Laß mich in Jabne eine Schule gründen." Diesen Gedanken habe auch die hochherzige Stifterin erfaßt, »die zu der Wittwe Jerusalems komme, nickt mit einer Strahlengarbe, aber doch mit einem Funken, der, liebevoll angefacht, fromm gehütet, zu einem Sterne erwachsen kann. Und er wird nicht verlöschen, wie auch ein finsterer feindlicher Sturm wehen mag, er wird leuchten und selbst zum Heile denen leuchten, die das Licht scheuen, und den Glauben im Wahne finden'." — Dann sprach er weiter: „Nicht lange ist es, daß der Mund Abdul Medschid's die Gleichberechtigung aller seiner UnLerthanen aussprach und so auch dem Juden das lang versagte Menschen- und staatliche Recht wiedergab. „Schulen, Erziehung, Bilvung, Kultur" sind jetzt Losungsworte auf einem Gebiete, wo man sie seit vier Jahrhunderten kaum vernommen hat. Vor wenigen Monden erging der Befehl an alle Rabbinen des weithin gedehnten türkischen Reiches, Schulen zu errichten. Ich fühle mich glücklich der Ueberbringer, der Bote einer Lehranstalt, der ersten zu sein, die seit dem Befehle des Großberrn gegründet wird. — Heil Abdul Medschid!" — Die Anstalt steht unter dem Schutze Oesterreichs, dessen energischer Konsul, Herr v. Pizzamano, die Finsterlinge derb zur Ruhe verwiesen hat. Ebenso hat Kiamil Pascha von Jerusalem den Chachan Baschi wegen seines, für die neu zu begründende Schule an den Tag gelegten Eifers in einem Schreiben, worin er Herrn Frankl einen Ausgezeichneten der Hebräischen Nation nennt, anerkennend belobt. Möge das edle Werk unter der gottlichen Obhut, zum Ruhme der edlen Stifterin gedeihen, und ihrem trefflichen Abgesandten, der sich ihres Auftrags in eben so entschiedener wie schonender Weise entledigt hat. zu einem neuen Schmucke werden in dem schönen Ehrenkranze, welchen ihm, in Verbindung mit einer begeisterten Thatkrast, die begeisternde Poesie gewunden hat. L. S.