Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1859)
- Date
- 1859-06-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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D« diesjährige Hn^ettsM' Ihn hat nicht bie Nnetmeßlichkeit des Wer ihm ausgespannten Himmels abgehalten. Sein forschendes Auge hak sich in dessen Tiefett versenkt, hat Sonne und Mond und Planeten in ihrem Lattfe und den ganzen nächtlichen Sternenhimmel mit seinen Sternbildern beobachtet und ihre Veränderungen und ihre Babnett gemessen nnd festgestellt (Hiob 38, 31). Selbst den Jttsternen ist er durch die unermeßlichen Räume nachgegangen und hat ihre Wiederkehr vorausbestimmt. In die Luft ist er hinaufgestiegen, ist dem Flüge der Wolken und Winde gefolgt, hat das Entstehen des Regens, Hagels und Schnee's erforscht und Wärme und Kälte abgemessen. Dem in der Wolkenkammer ruhenden Blitze hat er die Bahn seiner Niederfahrt vorgezeichnet. Er hat sogar den Blitzesfunken zu seinem weithmAeHenden Boten gemacht und zwingt ihn, seine Befehl? über Berge und Flüsse hinweg Und selbst durch das Meer hindurch in ferne Länder zu bringen. Den Dampf hat er fick zum lenksamen Rosse gebändigt, daß er gehorsam ihn selbst ünd sein Hab und Gut auf geflügelten Wagen oder schnellen Schiffen dahintrage; und zum dienenden Sklaven hat er si» ihn bestellt, daß er mit Riesenkraft ihm tausendfache Arbeit leiste____" In diesem Sinne fährt der Verfasser fort, die Errungenschaften des menschlichen Geistes auf den verschiedenartigsten Gebieten zu verherrlichen, und schließt diesen Theil feines Hirtenbriefes mit den Worten: „In der That, die Er gebmsse seiner Anstrengung sind herrliche Zeugnisse der Größe und des Scharfsinnes des menschlichen Geistes." — Hier ist durchaus weder von einer christlichen, noch viel «eüiger von einer specifisch katholischen Wissenschaft der Natur' lehre, der Geschichte, Philologie u. s. w. die Rede, wie sie von den Ulka's, katholischer- und protestantischerseits, in der niiuerelt Zeit so nachdrücklich betont wird. Die Huldigung gilt vielmehr ausdrücklich, abgesehen von jedem Religionsbekenntnissenur dem menschlichen Geiste, als solchem. Wo aber die Hoheit des menschlichen Geistes in so beredter, ergreifender Weise gefeiert wird, da herrscht nothwendiz auch Achtung vor jedem Träger eines solchen Geistes, da findet Äe Menschenwürde ihre volle Anerkennung.