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Der israelitische Volkslehrer · 1859-04-01 · Heft 4 (April 1859) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 4 (April 1859)
Date
1859-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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W Ersmitür, der Vertreter des ZudenthumS habe eben eine neue Gelegenheit wahrgenommen, um ^e Religion des BergeS Sinai zu verherrlichen. Ich habe mit Lebhaftigkeit die Schmährede zurückgewiesen, die uns in dem Heiligthum selbst der Justiz entgegen geschleudert wurde. Mem Blut kocht bei solchen unwürdigen Angriffen, und mein Alter, das Gott nach so vielen Bewegungen friedlich gestaltet, erhebt sich mit der ganzen Energie meiner Jugendjahre, um diese abgeschmackten Vorurtheile, die wir das Recht haben mit Füßen zn treten, zu brandmarken. Das Institut, die Magistratur, die Armee, die Gerichtshöfe, die Künste und Wissenschaften ebenso wie Handel und Gewerbe präsentiren uns israelitische Namen, auf welche wir als Franzosen stolz sein rönnen. Unsere jungen Leute haben seit vielen Jahren der polytechnischen Schule vorzügliche Zöglinge geliefert und mit ausgezeichneten Ingenieuren jene schönen Erfindungen versehen, die die Oberfläche der Erde umwandeln und größtenteils, von hervorragenden, unserem Religionsbekenntnisse angehörigen, Männern geleitet werden. Niedergedruckt unter der Last einer beispiellosen Verfolgung, die nach achtzehn Hundert Jahren immer noch, selbst in Europa, mit ihrer Grausamkeit hervorzutreten wagt, sieht die israelitische Bevölkerung durch unser Frankreich von 89 die Bahn der Gleichberechtigung kaum sich ihr öffnen, und von edelmüthigem Eifer entflammt setzten sie sich die ersten Stellen, die höchsten Aemter zum Ziele ihres Strebens: und sie hat sich auf ehrenvolle Weise dahin aufgeschwungen. Es ist endlich Zeit, daß man in unserem Frankreich Katholik, Protestant, Jude —nur in den Kirchen, Tempeln, Synagogen sei. Meine religiöse Ueberzeugung geht mich allein an und ist Seinem auf dieser Erde Rechenschast schuldig: die Religion ist eine Sache zwischen dem Menschen und Gott. Die Gleichstellung der Glaubensbekenntnisse isteine vollständige vor unseren Gesetzen, hieß es neulich in einem officiellen Actenstücke; die französische Presse hat uns so eben gezeigt, daß sie eine vollständige ist auch in unseren Sitten. ' Muth denn! In dieser herrlichen Zeit,*) in welcher die *) Das Schreiben ist gegen Ende des verflossenen Jahres abgefaßt

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