Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4 (April 1859)
- Date
- 1859-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Srsmieur, der Vertreter des IubenthumS fie erreicht dennoch ihren Zweck, wenn dadurch die Möglichkeit einer freundlichen Verbindung dargethan und zugleich das " Segenreiche des Wechselverkehrs zwischen Religion und Leben immer mehr zum Bewußtsein gebracht wird. Je lebendiger dann diese« Bewußtsein wird, je allgemeiner die Gemüther von dem aus dieser Verbindung erwachsenden Gewinn -cnr geiftize^ und sittlicher Veredlung durchdrungep werden, um so stärker wird sich das Bedürfniß nach einer festen, den anstürmende Wogen widerstehenden, Brücke geltend machen; und was das allgemein gefühlte Bedürfniß heischt, das harret nie vergebens dnf seiüe Befriedigung. Um diese Versöhnung der Gegensätze herbeizuführen, ist jedoch vor Allem erforderlich, daß die Bekenner des Juden thums von der Erhabenheit ihrer Religion, von dem weltüber windenden und welterlösenden Berufe der Sinai-Lehre durch dttmgen seien und damit daS rechte erhebende Selbstbewußtfein gewinnen, daS auch eine schwache Minderheit gegenüber den Angriffen sowohl, wie gegenüber der Anziehungskraft eine? numerisch so Mächtigen Außenwelt mit unbesiegbarer Kraft und Selbstständigkeit ausrüstet. ES kann nicht geleugnet werden, daß der vielgeschmahek jüngere Nabbinismus, der das Judenthum im Lichte der Wissenschaft darzustellen und so die Gegensätze auch auf theoretischem Gebiete auszugleichen sich bemühet hat und sich immerfort bemuhet, in dieser Richtung bereits großartige Resultate erzielt hat. Der von Außen dem Judenthume angehestet! Makel der Berächtlichkeit, der namentlich im ersten Viertel diese? Jahrhunderts bei so Vielen der intelligenteren Jude? alleS Gefühl der Achtung vor ihrem väterlichen Glauben e? stickte, der ihnen bei dem bloßen Worte „Jude" die SchamM itt'S Angesicht jagte und die km deßwillen zum Ueberlavfev zu einer der herrschenden christlichen Kirchen antrieb, ver schwindet dadurch immer mehr und mehr, und jener bedauernd würdigen Fahnensiüchtigkeit ist durch die mittelst der WaP det Wissenschaft errungene berechtigte Stellung des JudenthuÄ itt det sittlichen Weltordnüng ihr Ende bereitet worden.