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Der israelitische Volkslehrer · 1860-07-01 · Heft 7 (Juli 1860) · page 22

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 7 (Juli 1860)
Date
1860-07-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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MundschmA flttvmkvnge» für in Roth unv Mend gerathene schriftliche Flüchtlinge in 'ÄeU-auf. 'E^ selbst eröffnet die Liste - mit'einer -Beisteuer'von 'K.' soa^-l l; Amsterdam/19/Jüll. Am verflossenen' Samstag hat hier im Juden-! Quartier ein fanat^ gespielt, der in der That verieffen «achte, daß wir im ^. Jahrhundert leben. Seit beinahe einem Jahre bereSet der deutsche Rabbiner Hr. Dr. Chronik unter feinen hiesigen Glaubens- 5 genossen, zur Veredlung der r^ Denkweise und' des Calws, eine Äel prm vor^, nach Art der intelligenterm Gemeinden Deü^ Der Verein. den" er zu diesem Zwecke ins Leben g^ israelitischen Mitbürger zu seinen Mtgliedern und ist nunmehr so weit gediehe«, daß er sich eben als selbstständige is^^ Cultusgemeinde konstituirt.! Unsere Amsterdamer sogenanntm „frümmen Juden", die man freilich aus z eigener Anschauung kennen muß, um fich eine richtige Vorstellung von ihnen zu machen, entschlossen stch, da alles Agitiren nicht helfen wollte, zu einem k Coup, zu einem Mordanfalle. Als am vergangenen Sabbath der Hr. Dr. h Chronik seine gewöhnliche Predigt hielt, umzingelten „stumme" Rotten das Lokal, mit dem Rufe: „Steinigt, steinigt ihn! machet den Garaus den übrif gen Sechs!" Es bilden nämlich nebst Dr. Chronik sechs hiesige Notable den l Borstand des Vereins. Die Massen schwollen während der Predigt immer l «ehr «u/ indeß nur zwei Polizei-Beamte in Uniform und nocb einige wenige! iM Civil zur Verfügung wären^ Als nun der Rabbiner aus der Predigt mit t mehreren Freunden stch nach Hause begab, entwickelte sich der Veitstanz der »stummen" Steinigung. Man achtete des Sa bbaths nicht, und trotz der Die-? «er der Gerechtigkeit regnete es von Straßen und aus Fenstern Steine und i andere Geschosse nach dem Kopfe des deutschen Predigers. Zum Erstaunen; aller Augenzeugen, zu denen auch wir gehören, hat indeß derselbe keine Ver-? letzuug davon getragen. Auch von den Uebrigen des Vorstandes des Vereins ist keiner verwundet; dagegen litt ein Freund des Rabbiners, der ihn am i Arme geleitet/der Hofschwertfeger Hr. van Wachtendonk, ein Christ, einige? Beschädigung. Die Polizei-Beamten, welche ihre schweren Wichten wacker z erfüllte«, mußte» mit blanker Waffe einHauen. Auch nicht eine von den Au» toritäten der Orthodoren trat mit einem Worte zur Beschwichtigung dazwischeu; und doch geschah der Gräuel gewisser Maßen unter ihren Auges. (Sie wohnen nämlich alle in den betreffenden Straßen, und einige von ihnen sahen zu) 5 in wie weit auch mit ihrem Vorwissen und unter ihrem Einflüsse, x wird hoffentlich die strenge Untersuchung ergeben, die uusere Behörde bereits eingeleitet hat. Im Uebrigen hat diese mörderische Katastrophe die Trennung der israelitische» Gemeinde wohl auch administrativ unvermeidlich gemacht. -'' : -s. Z.'f'? j- .'l'l' s^t. 3«) M»hlha»se« (Slsaßl, im Juli. Der ehemalige Maire und Abgeordnete von hier, Hr. Andreas Köchlein, hat unter anderen großartigen Schenkenge», die er de» verschiedenen Anstalten hiestger Stadt gemacht hat, auch der hiesig« jüdischen Sewerbschule I0,ovo Fr. geschenkt.

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