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Der israelitische Volkslehrer · 1851-04-01 · Heft 4 (April 1851) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 4 (April 1851)
Date
1851-04-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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I». Gottesdienstliches. Sie Gottesdienstordnung in der Hauptsynagoge zu Frankfurt «M. (Fortsetzung.) w. V-' V Wir gelangen zum wichtigsten Theile des Gottesdienstes, der Thoravorlesung. Durch diese legte einst vor 2500 Jahren Esra den Grundstein zu einem Gottesdienste, geistigeres--- der Opfereultus war. Darum nicht zum todten Lippenwerke darf jene weise Einrichtung werden; so wollte jener zweite Moses die Lehre des ersten nicht vorgelesen haben; es heißt dabei ausdrücklich (Nehem. 8, 8): „unter Klarlegung des Sinnes" (^Zv? OiL^!>, während leider von dem Thoravortrage, wie er gewöhnlich von unseren Vorbetern gesingsangt und geradbrecht, von den Gemeinden ohne Andacht und Empfindung vernommen wird, nur das Gegentheil zu sagen ist, daß darin nicht irgend ein Sinn sei chztz? MV?)! Dieser Gegenstand ist daher von besonderer Wichtigkeit; wir werden auf denselben in besonderen Abhandlungen zurückkommen, weßhaib wir uns jetzt auf die Mittheilung der Reformen beschränken können, die wir hier eingeführt. Sie bestehen in Folgendem: 1) Wir durchlesen die Thora in drei Jahren. Diese höchst zweckmäßige Einrichtung bietet die größten Vortheile. Sie hebt die Würde des Vortrags, schärft die Aufmerksamkeit des Zuhörers, beseitigt die Ermüdung und Störungen und gibt den Lehrern Gelegenheit, im Laufe von drei Jahren den Inhalt der Thora dem Volke und der Jugend znm Bewußtsein zu bringen. Und das ist doch hier die Hauptsache! Wann Ihr mit Gott redet, im Gebete, da maq Mancher, der die Gebetsprache nicht versteht, seine große Unwissenheit durch die Thüre jenes Notbehelfs hindurchdrängen: „Gott versteht ja alle Sprachen; wenn ich'S auch nicht verstehe, Er weiß schon, wie ich's meine!" Aber da, wo Gott mit Euch redet, beim Vorlesen seiner heiligen Lehre, da müsset Ihr doch verstehen, was er zu Euch spricht, sonst ist sein Reden und Lehren all vergebens! Darum hier vor Allem M der schöne, talmudische Grundsatz: „besser wenig mit, als viel ohne Andacht!" Vpv 2) Wir lesen die Haftara nur deutsch, nach dem dreijährigen Cyclus neu ausgewählt aus Nediim und Xetdudim, so daß wir in drei Jahren den Hauptinhalt der ganzen Bibel der Gemeinde vorführen. Diese Einrichtung spricht so für sich, daß wir sie gegenüber dem herkömmlichen Haftara-Vortrage, wel-

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