Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1860-01-01 · Heft 1 (Januar 1860) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1 (Januar 1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3129675-3129731-3129733--2983-3130139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

RückbUck auf das Jahr tSSS. Das Judenthum gibt der Welt das belehrendste Zeugniß, daH die religiöse Idee zu ihrer Befestigung nicht der äußeren Macht und Zwingherrschast bedürfe, ja. daß sie im Vunde mit. diesem beeinttächtigt un^ deren zeitliche Wechsel- Me verderblich hmeingerissen werde. Die Könige von Israel und Zuda waren es, welche dem Monotheismus Verderben brachten; im umgekehrten Verhältnisse zur äußern Macht erstarkte dieser mehr Wd mehr^ und als jene gänzlich gebrochen war^ da erlangte seine Lehre unter den Juden die tiefste Befestigung. In unseren Tagen sehen wir den Katholizismus in Angst gerathen, weil sein oberster Hirte in die Welthändel verwickelt wird, und durch seine Sympathieen mit^ den retrograden Bestrebungen die Antipathien! der Völker erregt. — Wir sehen im Oriente, wo der Geiß einer Humauen Gesetzgebung gegen die eingerosteteten VorurLheile uicht aufzukommen vermag, wo die Juden von denselben auch im vergangenen Jahre wieder schwere Unbilden zu erdulden hatten, wo unsere Brüder aus Marokko gegen Spanien hin flüchten mußten, von wo aus fie ehedem im Morgenlande Zuflucht gesucht hatten — wir sehen die Lehre Muhameds Stöße erleiden, weit ste in den unaufhaltsamen Rum der mit ihr ss innig verwebten Staaten dB Islam unwiderstehlich hineingezogen wird. — Freue stch^srael, daß es keinen Staat mehr bildet, daß es keine mächtige Kirche befitzt, daß es keine glänzende Priestcrkaste hat., und keinen König nnd keinen Kaiser, der sich zu ihm bekenne Um so siegreicher und um so herrlicher ist es und wird es sein, daß das Judenthum sich behaupte, daß die Judeuheit überall sich als ein; ganze fühle, wenn ihre Angehörigen auch als Glieder. d?r verschiedenen Völker, in deren Mitte fie kleben, sich fühlen und in alle staatlichen und geselligen Verhältnisse sich immer inniger einleben. Wie die Menschheit großer ist als daS Volk, so ist. daS Judenthum ein Band, welches über die engen Grenzen der Volkstümlichkeit weit hinaus reicht und in seinen Trägem die Menschheit umschlingt und einigt. Um aber in dieser großen.Gesammtheit nicht zu verschwimmen und verloren zu gehen, müssen wir uns unseres weltgeschichtlichen Berufes auf eigenem Wiet^ tief bewußt werden ynd.Mben. Dieses muß. geschehen durch die dreifachen Momente, wodurch der Geist sich offenbar —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.