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Der israelitische Volkslehrer · 1860-01-01 · Heft 1 (Januar 1860) · page 5

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1 (Januar 1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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« RüqbUch auf das-Jahr ttzss. Müssen^ um jenen'S auf das Haupt zu treten, wo sie sich zeigen. . die jüdischen Zustände sich ziemlich gleich geblieben. Die Verationen in Kurhessen dauem fort; in Bayern muß immer noch eine Familie ersterben, wenn eine andere aufleben soll; in Lippe, dessen Größe Lippen nicht auszusprechen vermögen, hat man die Juden gleichgestellt, d. h. man hat sie gleich so ge stellt, daß sie die Aufnahmsgesetze um so bittrer fühlen müssen; Ho lstein, unser deutsches Schmerzenskind, hat den Ruf seiner in ihrem Rechte gekränkten Söhne mosaischen Glaubens wieder, unerhört! verhallen lassen; in Frankfurt a. M. dringt eine freifinnige Volksvertretung immer noch stuf völlige Emmaneipation der Juden, während in Hamburg, der schwesterlichen Freistadt, die Freiheit eine sichere Freistätte besitzt und die Gleichberechtigung der Juden eine volle Wahrheit geworden ist. ^- Der schmerzliche, für den Freund des Vaterlandes und der Menschheit so tief betrübende Umstand, daß unser herrliches Deutschland, dessen Macht und Größe eine Rettung des Welttheils wäre, zerrüttet und zerstückelt ist, und überall nur eine deutsche Kleinheit darstellt, zeigt sich auch insbesondere in der verschiedenen Behandlung der Juden und den sie betreffenden Gesetzen. — Um so erfreulicher war eS^Vaß bei^er^Feier jenes großen Genius, in dessen Geiste das deutsche Volk sich wieder einmal geistig zusammenfand, die deulsch^^ überall ihre Keiftige Kraft und ihre glühende Liebe zum Vaterlande und seinen großen Geistern eifrig bethätigten. ES war keine kleine Ehre für uns, daß von Seiten der Dunkelmänner in die Schmähung des Schillerfestes die Schmähung des Mischen NamenS verwebt wurde! —- Hoffen wir, daß der große Umschwung, welchen das vergangene Jahr auf politischem Gebiete hervorgerufen, in Gesammtdeutschland auch der Lösung der Judenfrage immer mehr zu Gute kommen möge. .Der Umschwung der Dinge hat sich am Schönsten in Rußland manifestirt. Verschiedene kaiserliche Erlasse in Betreff der Juden geben davon Beweis; als das erfreulichste Zeugniß erscheint die Berufung eines Juden als Professor der Anatomie nach der Universität Warschau auf ausdrücklichen kaiserlichen Willen und

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