Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3129675-3129764-3129766--1433-3130056- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
unter de» Juden in Nord-Amerika'». der in den civilisirten Landern Europa'S, wozu wir natürlich Rußland, Polen und die Türkei nicht rechnen, übertreffen wird. Um so mehr muß das bürgerliche und politische, und in noch höherem Grade das religiöse Leben unserer Brüder jenseits des Meeres, die noch dazu meistens durch die innigsten Bande der Blutsverwandtschaft mit uns verknüpft sind, unsere ganze Teilnahme in Anspruch nehmen. Wir glauben daher vielen Lesern dieser Zeitschrift einen Gefallen zu erweisen, wenn wir nachstehende Mittheilungen des »Israelite,* aus einem „Rückblick" auf das Jahr 5615, in soweit derselbe die amerikanischen Zustände schildert, hier wiedergeben. Gutmann. „Indem wir dem Allmächtigen für seinen Schutz und die Erhaltung während des verflossenen Jahres danken, und zu ihm flehen, daß er uns seine liebreiche Huld im Laufe des kommenden Jahres genießen lassen möge, feiern wir „den Tag des Gedächtnisses" dadurch daß wir die vorzüglichsten Ereignisse des letzten Jahres uns in die Seele zurückrufen. Wir danken unserem Schöpfer für den Genuß eines weiteren Jahres des Friedens und der Ruhe in unserem geliebten Naterlande, die bloß von wenigen schimpflichen Pöbelaufständen unterbrochen wurden, in welchen Gottlob! keiner unserer Brüder auf keiner von beiden Seiten bemerkt wurde, obgleich sie bei den politischen Fragen des Tages auf den verschiedenen Seiten eine thätige Rolle gespielt hatten. Nicht nur ist eine immerwährende Zunahme der israelitischen Bevölkerung in unserem Vaterlande sichtbar — die israelitische Einwanderung des letzten Jahres betrug nahe an 5000 Seelen — sondern unsere Brüder nehmen auch immerwährend zu in Wohlstand. Geschäft, in der Achtung ihrer Mitbürger, in der vortheilhaften Entwickelung des jüdischen Geistes nach allen Richtungen, so daß wir einer großen Zukunft entgegen gehen, wenn Gott uns ferner seinen Segen schenken wird. DaS verflossene Jahr war wegen seiner Geldkrisis und wegen der unzureichenden Erndte ein Prüfungsjahr für manchen Kaufmann, besonders in diesem Westen. Allein unsere Häuser standen fest, unsere Aaufleute sind jetzt bewährt als ehrliche und entschlossene Männer, als kluge und erfahrene Saufleute, was manches rühmliche Wort zu ihrem guten Rufe hinzugefügt hat. Unsere Synagogen, Schulen, Wohlthätigkeits-, BtldunzS- und