Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Das mosaische Gesetz Andächtige Zuhörer! Unsere Weisen sagen: „Für drei Dinge war Moses bereits ftür Leben einzusetzen, und deßhalb tragen sie seinen Namen durch die Ewigkeit., Diese drei Dinge sind: Israel, die Lehre vom einzigen Gott und der Urgrund der Gerechtigkeit, welchen Moses in die Menschheit gelegt hat." <O'2NNi Ledemotk Radda. 30. Und diese drei Dinge — in Wahrheit! sie sind es, welche uns, Israeliten der Gegenwart, noch zusammen halten. Soweit die Ansichten auf dem Gebiete der Religion auch auseinander gehen, Abkömmlinge Israels, Anbeter des einzigen Gottes, Belehrte des mosaischen Gesetzes heißen wir alle, wollen wir alle genannt sein. Während aber das Erste, die gemeinsame Abkunft, unseren Blick rückwärts lenkt in eine große weltgeschichtliche Vergangenheit; das Zweite, die gemeinsame Gotteserkenntniß, unseren Blick aufwärts lenkt zu demselben.Himmelsvater, so lenket das Dritte, das gemeinsame Religionsgesetz, unseren Blick von der Vergangenheit, in welcher die religiösen Vorschriften gegeben wurden, in die Gegenwart, worin wir sie beobachten sollen, lenket unseren Blick vom Himmel, von wo Moses die Lehre und das Gebot, NNQM empfing, auf die Erde nieder, auf das theuere Stückchen Erde, das wir bewohnen, das wir unser Vaterland nennen, und ob nicht der Rücksicht auf zeitliche und räumliche Verhältnisse bei der.Befolgung der Relkgionsgefetze Statt gegeben werden müsse, das ist die Frage, die nun Israel seit einem Jahrhunderte so tief bewegt, Jakob in zwei Lager getheilt hat. In der Ehrfurcht, welche wir dem hohen Geiste der mosaischen Gesetzgebung zollen, find wir alle einig. Ob aber die Form, ü, welche dieser Geist sich kleidete, eine unabänderliche — das ist es, worin jene beiden Hauptrichtungen so weit auseinander gehen. „Unantastbar!" rufen die Einen; -unbrauchbar!" rufen die