Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 80 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Bücherschau sich, -um jeden Cefer, so oft er.bas Buch zur Hand nimmt, stunden der Erhebung über sich selbst zu bereiten, hier ist die Neberwindung des A laterialisrnus durch reine Religiosität, die unserer Zeit so not tut. Die kurzen Betrach, tungen halten sich ebenso frei von Alystik als von unwahrem, überschwenglichen Pathos. h u g o B e r g m a n n: „I a w n e u n d I e - rusalem". Jüdischer Verlag, Berlin l9l9preis brosch. 3.— Alk. Diese gesammelten Aufsätze des bekannten zionistischen Schriftstellers und Zugendführers enthalten wertvolle Auseinandersetzungen über Nationalismus, Religion, Palästina und insbesondere über den Ausgleich zwischen politischem und kulturellem Zionismus. Ausgehend von der Einsicht, daß mit leerer Grganisationstätigkeit nichts getan lei, sucht der Verfasser die innere Synthese zwischen dem jüdischen Geist und der jüdischen Wirklichkeit herzustellen. Gegen Berdyczewsky, der die völlige Verweltlichung des Judentums fordert, tritt er für Achad haam und dessen richtig verstandene proklamierung des vergeistigten Judentums ein. Nachum Goldmann: „Die drei Forderungen des jüdischen volk e s." jüdischer Verlag, Berlin \% preis 60 Pfennig. - Diese Schrift will, gleichsam als Kommentar, die hyftorische und psychologische Einleitung bilden zu dem Rundschreiben des Ropenhagener Büros, das - die drei Forderungen der Sicherung Palästinas als nationale Heimstätte für das jüdische Volk, der Gewährung der-nationalen 2lutonomie für die Juden dort, wo sie es verlangen, und der tatsächlichen Durchführung der staatsbürgerlichen und religiösen Gleichberechtigung ein für allemal festgestellt hat und deren internationale Anerkennung verlangt. Th. h erzl: „ Der IudenstaatNeue Auflage. Akit Vorwort von Prof, Warbura. Jüdischer Verlag, Berlin \9l9- Preis brosch. 2.— Mk. Dre neue sehr gut ausgestattete Ausgabe dieser grundlegenden Schrift des Schöpfers des neuen Zionismus ''wird allseitig mit' Freude begrüßt werden. Raum ein Buch hat in den letzten Jahrzehnten eine gleiche reale Wirkung hervorgerufen wie dieses nationaljüdische Manifest. Die historische' Entwicklung hat die denkwürdigen Worte bestätigt: „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen!" Richard Lichtheim: „Der Aufbau des jüdischen Palästina". Jüdischer, Verlag Berlin W9preis 60 pfg. Um die Verwirklichung der palästiüakolonisation tobt der Streit der Alaximalisten und Akinimalisten, derer, welche die sofortige großzügigste Einwanderung befürworten und der vorsichtigen, welche nur langsamen systematischen Aufbau empfehlen. Wortführer der letzteren Richtung, entwickelt der Verfasser in seiner Broschüre seine Gedanken über die Ausgestaltung der palästinensischjüdischen Volkswirtschaft und die damit zusammenhängenden sozialen Fragen, wissenschaftliche Gründlichkeit und klare Zielsetzung verleihen der Schrift ihren besonderen Wert. \.. - Dr. E. Simonsohn: „Die jüdische Volksgemeinde'." Jüdischer Verlag, Berlin $19preis 60 pfg. . Unter geschickter Verwertung der demokratischen Zeittendenz sucht der Verfasser Propaganda für die Erweiterung der heutigen jüdischen Äultusgemeinde zur Volksgemeinde zu machen. Der nationaljüdische Gedanke beherrscht die ganze Schrift und ist in einigen Schlußthesen präzis formuliert. Die genaue und gründliche Behandlung des Problems machen das Büchlein für Jeden, der sich mit Gemeindepolitik befaßt, unentbehrlich. Sehr vielen Forderungen wird man zustimmen können, insbesondere den Ausführungen über die Stellung der Rabbiner und das Gemeindewahlrecht; die Grundtendenz aber, welche das deutsche Judentum zur nationalen Minorität stempeln will, bedarf der schärfsten Ablehnung von religiös-liberaler. Seite. Fortsetzung 3. llmfchlagfeite. Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstratze 22. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. C. Seligmann. Frankfurt a. M., Friedrichstr. 2S. Druck und Expedition von Voigt Sc Eleiber, Frankfurt a. M.. Bieber-Gaffe 6.