Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 7/8 (1915)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Aus der Jugendbewegung und der Drückebergerei wird immer wieder üus äer Jugendbewegung.' Jüdisch-liberaler Ingendverrin zu Kreslau. Unsere mit so großem Erfolg begonnene Mintertätigkeit konnten wir trotz weiterer Einziehungen unserer Utttglieder glücklich fortsetzen. Besonders erfreulich ist das ständige Machseil unseres Vereins, welches durch das mit großen! Beifall aufgenommene- Merbeblatt bestens unterstützt wird. Am Dienstag, den 2\. September, sprach Inen* Dr. phil. Krakauer, Breslau, über ,,Adelsnlenschentuin bei Ibsen und Jesaja". Der Redner behandelte besonders die Lösung des Problems des Adelsmenschen in „Rosrnersholm" und bei Jesaja und verstand es durch seine interessanten Ausführungen die Zuhörer zu fesseln. Den Morteil des Vortragenden folgte reicher Beifall. Zu der darauffolgenden Versammlung, am 12. Oktober, hatten wir Herrn Dffizierstellvertreter Dozent Dr. Lewkowitz, Breslau, für eineil Vortrag über „Gegeiiwartsaufgaben des jüdischen Liberalismus" gewonnen. Die von 90 Hersonen besuchte versammluilg eröffnete Herr Erich Bayer und erteilte Zunächst Herrn Berger das Mort, der unseren: dahiilgeschiedenen außerordeiltlichen Rtitglied, Herrn S. Laqueur, eiilen herzlichen Nachruf widmete und der großen Verdienste dieses Mannes um unseren Verein gedachte. Hierauf ergriff der Redner des Abends das Mort zu dein angekündigten Vortrag. Herr Dr. Lewkowitz sprach zuerst von der Einigkeit in den ersten Moilaten des Krieges, von dein Aufhören aller Unterschiede der Härteren und Religionen. Durch die larrge Dauer des Krieges tauchen dann wieder ailtisemitische Strönuulgen auch unter den Soldaten gegen uns erhoben. Gegen alle diese Vorwürfe müssen wir uns mit aller Entschiedenheit verteidigen und unsere Liebe zu unserem Vaterland draußen und daheim durch die Tat beweisen. Redner sprach sodani: von den: Gftjudellproblem uild betonte, daß es unsere Vflicht sei, irr weitesten Kreiseil aufklärend über diese Menschen zu wirken und darauf hillzuweisen, daß der polilische Jude imr durch die unmenschliche Behandlung der russischen Regiernilg auf einer, so tiefeil Kulturstufe steheil geblieben sei. Zmn Schluß behandelte Herr Dr. Lewkowitz die religiösen Ziele , und Aufgaben besonders des liberalen Judentums. Den Ausführungeil folgte stürmischer Beifall, uild der Leiter des Abeilds eröffnete hierauf, ilach nochmaligeiil Dank, die Aussprache. Zn der Diskussion sprachen erst Herr Berger, der auf das Verhältnis zwischen deutscheil uild polilischen Juden einging, uild darauf Herr Samtätsrat Dr. Reich, welcher die Ausführungen' der vorrediler durch einige sehr interessante Beispiele ergällzte. All diesem Abend traten lnehrere Damen uild Herrell den: vereill bei. Zu unserer dritten versainiilluilg ain DiellStag, dei: 2. November, hatte sich unser außerordentliches Mitglied, Herr Rabbiner Dr. Goldnlanil aus Oppeln, zur Verfügung gestellt. Die glänzend besuchte Sitzung eröffnete der stellvertretende Vorsitzende, Herl- Bayer; er begrüßte zunächst die Anwesendeil und gedachte sodann mit ehrenden Morten des im Mesten gefallenen Mitgliedes Herrn Herbert Meth, derselbe war durch seine auswärtige berufliche Tätigkeit verhindert, ail Uilseren veranstaltungeil teilzunohmen, aber noch ans den: Felde erhielten wir voll ihm Briefe, die für sein großes Interesse für unsere Ideen Zeugnis ablegen. auf, uild besoilders der Vorwurf der Feigheit Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstraße 22. Für die Redaktion und den Verleg verantwortlich vr. C. Seligmann, Frankfurt a. M., Friedrichstr. 29 Druck und Expedition von Voigt & Eleiber. Frankfurt a. M.. Bieber-Gasse 6.