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Liberales Judentum · 1913-10-01 · Heft 10 (Oktober 1913) · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 10 (Oktober 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 239 (sequence 23)
Language
German
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Gedichte eines deutschen Juden 239 Entwicklung. Das Wort der Zeit, „Entwicklung" heißt es Und alle Welt begeistert preist es; Das Wort, versteht sich, denn der Klang Des Worts genügt dem Glaubensdrang, Dem aus dem Reich der frommen Fabel Rein Gott mehr blieb als die Vokabel. Rasfenth eorie. Das Gesetz des Staates will uns dulden, Also gilt es, neue Farben reiben: Das Naturgesetz soll es verschulden, Wenn wir ewig minderwertig bleiben. Dieses ist in nuee die Genese Jener neuen Rassenhypothese. Bibel-Babel. wenn Delitzsch so weiter fasziniert, wird bald die Volksschule reformiert: Die Bibel wird dann zur Fabel Und die Fibel erzählt uns von Babel. Zudenfrage. Auch das Schrifttum unsrer Zeit Zeigt das längstvertraute Schema: Zwar, die Juden liebt man nicht, Doch man liebt das Zudenthema. üus äer Jugendbewegung. Jüdisch-liberaler Jugendverrrn Posen. (Bericht für (9(2/(3.) Das zweite Geschäftsjahr unseres Zugendvereines ist in rühriger Arbeit und recht erfolgreich verlaufen. Unsre Mitgliederzahl ist von (33 auf (4<5 gestiegen. Für unsere Tätigkeit ist noch zu berücksichtigen, daß die Verhältnisse in s)osen für die jüdische Jugendbewegung besonders eigenartig und schwierig liegen, da außer 3 Zugendvereinen auch noch 2 jüdische Turnvereine bestehen und die hiesigen Gemeinde- und s)arteiverhältnisse das jüdische Lieben durch scharfe Kontraste kennzeichnen. Neben den allgemeinen Vortragsabenden fanden monatlich einmal Diskussionsabende statt, in denen unter Leitung unseres (. Vorsitzenden die Richtlinien und abwechselnd auch Zeitfragen behandelt wurden, wie auch ferner eine ständige j)resseschau unseren Mitgliedern gute Orientierung über jüdische Fragen gab. Besonders verlief die Besprechung der Richtlinien in anregenden, interessanten Debatten, an welchen sich auch gelegentlich Mitglieder unseres hiesigen Hauptvereins beteiligten. Neben diesen Veranstaltungen wurden noch Spezialkurse eingerichtet und zwar für unsere weiblichen Mitglieder unter Leitung von Frau Wally Lesser und für unsere männlichen Mitglieder unter Leitung von Herrn Hermann Ztzig. Diese besonderen Kurse galten vornehmlich für unsere jüngeren Mitglieder, die bei diesen Kursen unter sich waren und daher in zwangloser Weise sich eher rednerisch auszubilden vermochten, als bei den übrigen Hauptversammlungen. Themen dieser Kursusabende waren u. a. folgende: „Die Zukunft des Zudentums" (Sombart), „Das große Hassen" (Zwi- Klötzel), „Professor Bernhardi" (Schnitzler), „Kritik des Zionismus", „Menschentum und Zudentum".

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