Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 3 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Date
- 1911-03-01
- Page
- Seite 72 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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72 Nundschau Genehmigen Sie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung, mit der ich die Ehre habe zu zeichnen Des verehrlichen Vorstandes ergebenster v o g e l st e i n. Femgo, im Februar $U- Am s6. Febr. hielt die Ortsgruppe Lemgo der Vereinigung für das liberale Judentum ihre zweite Versammlung ab. Zum Vorsitzenden wurde Herr Lenzberg gewählt. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete der Vortrag eines Mitgliedes der Vereinigung: Liberales Judentum und religiöse Jugenderziehung. Der Redner wies in seinem vortrage auf die Anforderungen hin, die Schule und Haus Zu erfüllen haben, um dem Ziel einer religiösliberalen Erziehung gerecht zu werden. An den beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte, ausgedehnte Diskussion an, die trotz der in vielen Punkten -zutage tretenden Meinungsverschiedenheiten recht harmonisch verlief. Der Ortsgruppe gehören Mitglieder an. Kerlin. Im „Jüdisch - liberalen Iugendverein" hielt Herr Referendar Dr. John Wertheim am 20. Februar einen Vortrag über „Rassentheorie und Iudenpolitik". Der Vortragende erntete für seine Ausführungen, die von streng wissenschaftlichem Geiste getragen waren, stürmischen Beifall von seiten seiner zahlreichen Zuhörerschaft. Am 27. Februar sprach ebenda Herr Rabbiner Dr. Felix Goldmann aus Oppeln über „Das Taufjudentum in der Geschichte". In eineinhalbstündigem, fesselndem Vortrag wußte der Redner an der Hand reichen statistischen Materials den Nachweis zu führen, daß in weit höherem Maße als der Antisemitismus gerade Taufjuden es waren, die dem Judentum unendlichen Schaden zugefügt und den Märtyrertod von unzähligen treuen Bekennern unseres Glaubens verschuldet haben. Lin warmer Appell an die zahlreiche Zuhörerschaft, an ihrem Teil durch positive Arbeit mitzuwirken im Kampf gegen den Indifferentismus und das Renegatentum schloß die Ausführungen des Redners, die in der Versammlung lebhaften, stürmischen Beifall auslösten. In der recht ausgedehnten Diskussion wiesen die Herren Dr. Wertheim, Dr. Abraham und Dr. Philippsborn darauf hin, daß gerade im „Jüdisch-liberalen Iugendverein" ein mächtiger Damm gegen das Taufjudentum vorhanden sei, und von verschiedenen andern Diskussionsrednern wurde noch manche für diesen Rampf beachtenswerte Anregung gegeben. Anläßlich des purimfestes veranstaltete der Iugendverein seine erste gesellige Veranstaltung. Die Festrede hielt Herr Dr. Ad. Philippsborn über das Thema: „Unser Wille zum Judentum." Berlin-Charlsttenbnrg, \9. tltärj von dem Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland erhalten wir folgendes Schreiben: Unter Bezugnahme auf die in Ihrem Februar-Heft enthaltene „Berichtigung .des Herrn Rabbiner Dr. Ioseph-Stolp und die Erwiderung des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann-Gppeln" bitten wir Sie, von folgender Erklärung Notiz nehmen und dieselbe zum Abdruck bringen zu wollen: Die zionistische Organisation umfaßt selbstverständlich nur Angehörige des jüdischen Glaubens und erhebt auch den Schekel, durch dessen Zahlung das Wahlrecht zum Zionisten- Rongreß erworben wird, nur von Bekennern der Religion unserer Väter. wir haben es daher stets abgelehnt, Mitglieder anderer Rekigionsgesellschaften, Konfessionslose oder gar Personen jüdischer Abstammung, die aus dem Judentum ausgetreten sind, in unsere Organisation aufzunehmen. Zionistische Vereinigung für Deutschland Zentrakomitee gez.: Hantke. ckerausgegebe« von der Vereinigung für das liberale Judentum Aerlin C 2, Äeiligegeiststraße 45. gckr die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. Ä. Selig manu, Arankfurt a. Al., Ariedrichstr. 29. Druck und Expedition von Voigt Je Kleiber, Arankfurt «. Vk, Rißergaffe 6.