Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 3 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau o o «a u jährlich veranstalten wir mehrere größere Mitgliederversammlungen, in denen entsprechende Vorträge, wenn möglich mit nachfolgender Diskussion, gehalten werden. Im Dezember $08 sprach Rabbiner Dr. Seligmann aus Frankfurt a. Rk. über die Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland, am 3. Mai $09 Herr Kaufmann Heinrich Jung von hier über die jüdische Kultusgemeinde Nürnberg in der Gegenwart, Herr Regierungsbaumeister M. wällersteiner von hier über die Anlage des neuen jüdischen Friedhofs in Nürnberg. Auf Grund einer an diesen Vortrag sich anschließenden lebhaften Debatte über die Bestattung der Aschenreste beschloß die Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde im Einvernehmen mit dem Rabbiner, einer dahingehenden Eingabe Rechnung tragend, daß die Aschenreste, welche unter die Erde versenkt werden, in der regelmäßigen Reihe der Gräber bestattet, während die Aschenreste, die in Urnen über der Erde aufbewahrt werden, in einem auf dem neuen Friedhof angelegten Urnenheim ihren Matz finden sollen. Am 2. Dezember $09 sprach Herr Justizrat Dr. Blau von Frankfurt a. M. über das Thema: „Dient die liberale Bewegung zur Erhaltung des Judentums?" In der am l- März $\0 abgehaltenen Generalversammlung, in welcher der Vorsitzende einen ausführlichen Bericht über Zweck, Zeit und Tätigkeit der Ortsgruppe und der Gesamtvereinigung erstattete, sprach Herr Oberarzt Dr. Neuberger von hier über „Soziale Wohlfahrtspflege" und stellte die Teilnahme der liberalen Juden an derselben ins richtige Licht. Am \3. Dezember $$ hielt der Verein eine einfache Feier zu Ehren des hundertjährigen Geburtstages von Abraham Geiger ab, in welcher der Vereinsvorsitzende, Realschuldirektor M. Gombrich, ein getreues Bild vom Leben, wirken und Schaffen dieses unvergeßlichen Vorkämpfers für ein liberales Judentum entwarf. Für März d. I. hat sich Herr Rabb. Dr. Vogelstein in Stettin, für November d. Irs. Herr Rabb. Dr. Ziegler aus Karlsbad bereit erklärt, in unserem Verein zu sprechen. In der auf Februar d. I. anberaumten Generalversammlung soll über die Abkürzung des Gottesdienstes am Neujahrstage und über den Religionsunterricht eine Besprechung stattfinden. Die Delegiertenversammlung der Vereinigung, welche am 5. Juni v. I. unter dem Vorsitz des Herrn Iustizrats Breslauer in Unseren Mauern getagt hat und so wirkungsvoll, ja erhebend, verlaufen ist, wird ein Markstein in der Geschichte unserer Ortsgruppe bleiben. Eine Neuauflage der Monatsschrift — August und September — welche den Verlauf der Verhandlungen und die stenographische Aufzeichnung der Vorträge enthält, haben wir als j)ropagandanummer an alle diejenigen liberalen Mitglieder unserer Kultusgemeinde gesandt, welche noch nicht dem Verein als Mitglieder angehören. Das Ergebnis hiervon war eine Reihe von Beitrittserklärungen. Unsere Kultusgemeinde und deren Verwaltung sind in ihrer überwiegenden Mehrheit liberal; ebenso beruhen unsere Gemeindeinstitutionen, insbesondere unser Gottesdienst und der Religionsunterricht auf religiös fortgeschrittener Basis, und darin werden wir von unfern Gemeindebeamten, namentlich von unserem Rabbiner Dr. Freudenthal kräftigst unterstützt. Nichtsdestoweniger tragen unsere Institutionen dem konservativen Teil unsrer Gemeindemitglieder Rechnung, soweit sie hierauf Anspruch machen können. Der liberale Verein wird aber dafür sorgen, daß die moderne fortgeschrittene Anschauung in unsrer Kultusgemeinde jederzeit zum Ausdruck kommt. M. Gombrich, Realschuldirektor. 1s. Vorsitzender. Lerausgegeöe« von der Vereinigung für das liberale Judentum, Der kr« 62, Leiligegeikkstraße 45. dlür die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. E. O elig m a n n, Arankfurt a. Al., Äriedrichstr. 29. und Expedition von Voigt Ss> Kleiber, Aranbfurt a. Al., Vibergaffr 6,