Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 33. für das Schlujahr 1909-1910 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German
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12 Die Preisarbeiten 1, 2 u. 4 sind paginiert, von fremder Hand geschrieben, mit einem Motto versehen, das auch auf das den Namen des Verfassers enthaltende, versiegelte Kuvert zu setzen ist, bis zum 15. Mai 1911, die von Nr. 3 bis zum 1. Mai 1912 beim Schriftführer des Professorenkollegiums einzureichen. * In diesem Schuljahre begann ein alter Wunsch der Leiter der Landes-Rabbinerschule auf erfreuliche Weise in Erfüllung zu gehen. In den letzten Jahren hatte sich die Notwendigkeit immer dringender fühlbar gemacht, für die Verpflegung unserer Zöglinge besser zu sorgen, als dies mit unseren bisherigen Mitteln geschehen konnte. Unsere Schüler sind beinahe ausschließlich Kinder armer Familien, die von Seiten ihrer Eltern oder Angehörigen gar keine oder nur geringe Unterstützung erwarten können. Infolge der in der Hauptstadt außerordentlich anwachsenden Teuerung verschlimmerte sich die materielle Lage unserer Schüler in besorgniserregender Weise. Dies bewog zu Beginn des gegenwärtigen Schuljahres den Lehrkörper sich an das Präsidium der leitenden Kommission mit der Bitte um dringende Abhilfe zu wenden. Auch der Ausschuß unseres Hilfsvereines Ez-Chajim beschäftigte sich in seiner im November 1909 abgehaltenen Sitzung mit dieser Frage, bei welcher Gelegenheit ein Mitglied des Ausschusses, Herr Michael Goldmann, die Anregung dazu gab, daß uns auf unerwartete Weise die Möglichkeit zur Befriedigung des dringendsten Bedürfnisses — die Gründung einer Mensa — 'geboten wurde. Ein warmherziger und eifriger Menschenfreund, Herr Gustav G. Ehrlich, erbot sich, das Benefizium des von ihm gegründeten und auf jüdisch-ritueller Basis erhaltenen Freitisches für Schulkinder auch auf die Schüler der Landes- Rabbinerschule auszudehnen. Um von dem hochherzigen Anerbieten Gebrauch machen zu können, mußte vor allem für eine geeignete Lokalität gesorgt werden. Diese bot sich von selbst in zwei leerstehenden Parterreräumen der Anstalt dar. In kürzester Zeit mußten die beiden Zimmer um gestaltet und