Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 25. für das Schlujahr 1901-1902 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 202)
- Language
- German
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194 Schreiberlohn u. Würdigung der Buehpreise. bylonien der Schreiberlohn ein geringerer war als in Palästina, mithin werden auch die Bücher billiger gewesen sein. Dies lehren augenscheinlich die obigen Daten. Zauberbücher, die sich einer grossen Nachfrage erfreuten, wurden sicherlich gut bezahlt. In der Apostelgeschichte 19, 19 heisst es : ״Ein grosser Theil aber von denen, welche die falschen Künste getrieben hatten, trugen ihre Bücher zusammen und verbrannten dieselben vor jedermann; und man rechnete den Werth derselben’zusammen, und brachte 50,000 Drachmen heraus״. Zur richtigen Würdigung der Buchpreise ist die Kenntniss des Geldwerthes unerlässlich. Zum Glück hat Herzfeld in seiner ״Handelsgeschichte der Juden des Alterthums“ auch auf diese verwickelte Frage sein Augenmerk gerichtet. Ein Hektar Feld hat nach seiner Berechnung 30 Mark gekostet. Häuser, die meistens klein waren, hatte es schon im Werthe von 10 Denaren (6 Mark) gegeben. Ein Arbeiter im Weinberge erhielt einen Denar Taglohn. Hillel, der sehr ärmlich lebte, verwendete täglich 1/^ Denar zu seinem und seiner Familie Unterhalt1). Eine gewöhnliche Torarölle stand demnach mit 3—4 Hektar Feld in gleichem Werthe und der Schreiberlohn für eine Esterrölle in Babylonien — ein Taglohn für den Arbeiter im Weinberge des Herrn — war genau soviel wie der Taglohn eines Arbeiters im Weinberge in Palästina. *) Herzfeld 194 f. Andere Preisangaben ebenda 185—197. Die Litteratur über den jüdischen Handel verzeichnet Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes3 II 50 n. 150.